TSI Workshop: Brexit – Auswirkungen auf die Finanzwirtschaft und die Finanzgeschäfte von Unternehmen

Etwa drei Viertel des europäischen Kapitalmarktgeschäftes findet in UK statt; im Derivate und Clearinggeschäft dürften es fast 90% sein. Doch auch jenseits dieser viel diskutierten Bereiche stellen sich viele Fragen hinsichtlich des Brexits. Sowohl die deutsche Finanz- als auch Realwirtschaft sind vielfältig mit der UK-Finanzwelt verbunden. Langfristige Kreditbeziehungen bestehen, UK-Recht und Benchmarks werden genutzt, Datenschutzfragen stellen sich. Und auch Structured Finance Produkte sind vielfältig mit dem UK-Markt verbunden.


Die Uhr tickt. Ein Jahr ist eine kurze Zeit für die notwendigen Anpassungsprozesse.

So ist der 15. März 2018, ein Jahr vor Brexit, sicherlich auch das richtige Datum für einen Workshop „Brexit – Auswirkungen auf die Finanzwirtschaft und die Finanzgeschäfte von Unternehmen“.

In dem Workshop wollen wir den oben aufgeführten Themen nachgehen und auch beleuchten, welche Optionen es denn jenseits von Brexit, Exit von Brexit und EWR-Lösung geben könnte – wie z.B. Verlängerung der Verhandlungsfristen, Grandfathering und Übergangsfristen. Dabei soll – wie immer bei TSI Workshops – für die Teilnehmer viel Raum für Fragen und Diskussion bestehen.

Der Workshop ist für alle interessant, die sich unter finanzwirtschaftlichem Blickwinkel mit dem Brexit befassen bzw. davon betroffen sind und den gemeinsamen Austausch suchen.

  •   Agenda

    10.30 – 10.40 Uhr

    Begrüßung durch die TSI

    10.40 – 11.15 Uhr

    Brexit im Überblick
    Dr. Alexander Börsch, Deloitte

    • Wie sind die deutsche Wirtschaft und die deutschen Unternehmen betroffen?
    • Wie verflochten ist die britische und die europäische Finanzwirtschaft?
    • Welche Szenarien sind als Ergebnis der Brexit-Verhandlungen vorstellbar?

    11.15 – 12.15 Uhr

    Brexit – die Kernthemen für Banken, Kapitalmärkte und die deutsche Industrie im Überblick
    Dr. Mathias Hanten, Deloitte
    Paul Maeser, Bundesverband der Deutschen Industrie

    • Derivate für Preis- und Währungsabsicherungen und Clearing
    • Cross Border Finanzierungen und Besicherungen
    • Gerichtsstand und angewandtes Recht in Verträgen
    • weitere Themen

    12.15 – 13.40 Uhr

    Mittagessen

    13.40 – 14.40 Uhr

    Derivate-Clearing: wie funktioniert es, warum schmerzt der Brexit hier und welche Gestaltungsoptionen, Sonderregelungen sind als Übergang notwendig
    Michaela Hohlmeier, Deutsches Aktieninstitut
    Corinna Schempp, FIA

    14.40 – 15.10 Uhr

    Kaffeepause

    15.10 – 16.25 Uhr

    Brexit – Was heißt dies für Verbriefungen und Structured Finance Produkte
    Ralf Raebel, DZ BANK
    Peter Scherer, GSK STOCKMANN

    • Cross Border Geschäfte Verflechtungen Verbriefungen
    • Investments in UK-Produkte und vice versa
    • Rechtliche Fragen:
      - Gerichtsstand und angewandtes Recht in Verträgen
      - UK counterpartys

    Ab 16.25 Uhr

    Schlusswort der TSI Geschäftsführung mit anschließendem Umtrunk

  •   Referenten

     

    Dr. Alexander Börsch ist Chefökonom und Leiter Research Deloitte Deutschland sowie Leiter der Deloitte Brexit Task Force. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zu den Themen europäische Wirtschaft, digitale Ökonomie, Brexit sowie ökonomische Trends.
    Vor seiner Zeit bei Deloitte arbeitete Dr. Börsch als Senior Economist bei Allianz Global Investors und Roland Berger Strategy Consultants. Er hält Diplome in Volkswirtschaft und Politikwissenschaft von der LMU München und promovierte am European University Institute in Florenz.

     

    Dr. Mathias Hanten ist Rechtsanwalt und Partner im Frankfurter Büro von Deloitte Legal. Er leitet die Service Line Banking & Finance. Die Schwerpunkte seiner Tätigkeit liegen in der Beratung von Kredit- und Finanzdienstleistungsinstituten in allen aufsichtsrechtlichen Fragen. Zudem befasst er sich intensiv mit den rechtlichen Auswirkungen des Brexit und leitet die globale Brexit-Initative von Deloitte Legal. Herr Hanten zählt seit vielen Jahren zu den laut Juve „häufig empfohlenen Anwälten“ im Bankaufsichtsrecht und gehört laut Kanzleimonitor 2015/2016, mit dem Sozius einer anderen Großkanzlei, zu den von DAX Chefsyndici häufigst genannten Bankrechtlern.
    Neben seiner anwaltlichen Arbeit veröffentlicht Herr Hanten regelmäßig und trägt an verschiedenen Universitäten und Hochschulen (insbesondere der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Eberhard-Karl-Universität Tübingen, HSG zu St.Gallen und Academy of European Law, Universität Trier) vor. In diesem Jahr trägt er zum Thema „EU Market Access for Banks and Investment Firms in the pre-sunset phase of Brexit “ bei der Global Conference des European Banking Institute vor.

     

    Michaela Hohlmeier, M.Sc. LL.M. ist seit 2015 als Leiterin Kapitalmarktrends und Innovation sowie als Referentin der Geschäftsführung beim Deutschen Aktieninstitut tätig. Neben den Themen Brexit, FinTech und Geldwäsche ist sie u.a. auch für die inhaltliche Vorbereitung von Vorstandssitzungen und den Newsletter verantwortlich.
    Frau Hohlmeier hat einen M.Sc. in Finance und den CEMS Master’s in International Management abgeschlossen. Während ihrer Ausbildung in verschiedenen Ländern hat Frau Hohlmeier sich insbesondere auf Projektmanagement, Finanzierung und Kapitalmärkte spezialisiert. Unternehmerische Erfahrung hat sie als Gründerin und Geschäftsführerin eines Startups gesammelt. Darüber hinaus hat sie berufsbegleitend zu ihrer Arbeit im Deutschen Aktieninstitut einen LL.M. in Wirtschaftsrecht absolviert.

     

    Paul Maeser ist verantwortlich für die britisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen im BDI und Teil der Abteilung „Research, Industrie- und Wirtschaftspolitik“. In diesem Rahmen koordiniert er insbesondere die Positionierung der deutschen Industrie bei Fragen der Finanzmarktregulierung. Er begann seine Laufbahn als Sales Manager im Kapitalmarktgeschäft der Deutschen Bank, wo er mittelständische Firmenkunden bei der Ausgestaltung von Managementsystem für Zins- und Währungsrisiken beriet. Von 2011 bis 2012 arbeitete Paul Maeser als Congressional Fellow im Finanzdienstleistungsausschuss des U.S. House of Representatives unter Ranking Member Barney Frank. Hier lag sein Schwerpunkt auf Fragen der transatlantischen Zusammenarbeit bei der Einführung des Dodd-Frank-Acts. Anschließend betreute er bei Ernst & Young in New York Finanzdienstleister bei Anti-Geldwäsche-Maßnahmen und der Abwehr von Wirtschaftskriminalität. An der Universität Duisburg-Essen hält er Vorlesungen zur Finanzierung von Unternehmensgründungen. Paul Maeser studierte Bankbetriebswirtschaft und internationale Volkswirtschaftslehre in Berlin und Washington, DC.

     

    Ralf Raebel stieg nach der Ausbildung zum Bankkaufmann und dem Studium der Betriebswirtschaftslehre 1996 bei der DG BANK AG, Frankfurt a.M., als Trainee Investment Banking ein. Bis 2002 arbeitete er als Finanzanalyst im Bereich Equity Capital Markets und war dort eingebunden in die Akquisition und Durchführung von IPO-Mandaten.
    Nach mehreren Jahren im Bereich Corporate Finance/Technology wechselte er 2006 ins ABS Research, dessen Leitung er in 2011 übernahm. Herr Raebel verfügt über eine langjährige Kapitalmarktexpertise sowohl auf der Eigenkapital – als auch auf der Fremdkapitalseite. Er ist u.a. Verfasser verschiedenster Publikationen zu verbriefungsrelevanten Themen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Durchführung von Wertpapier- und Portfolioanalysen sowie die Beratung institutioneller Kunden bei der Anlage in ABS und alternativen bzw. hybriden Finanzinstrumenten.

     

    Corinna Schempp ist Head of EU Policy bei FIA, wo sie für die regulatorische Strategie und Policy, die Interessenvertretung und die Umsetzung neuer Regulierungen zuständig ist. Sie trat der Organisation im September 2014 von LCH.Clearnet Limited bei, wo sie als Senior Regulatory Advisor in Compliance & Regulation tätig war. Ihre Zuständigkeiten umfassten die Einhaltung von Vorschriften in Bezug auf das SwapClear-Geschäft von LCH.Clearnet, einschließlich der Zusammenarbeit mit der Bank von England, der CFTC, der Ontario Securities Commission, der AMF Quebec, der BaFin und anderen internationalen Aufsichtsbehörden.
    Bevor sie im Mai 2011 zu LCH.Clearnet kam, war Corinna, eine qualifizierte Rechtsanwältin, Legal and Regulation Manager für Aktienderivate bei der Londoner Börse, früher bekannt als EDX London. Corinna hat außerdem ein Post-Graduate-Diplom in EU-Recht vom Kings College, London, sowie ein abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaften aus Deutschland und Großbritannien.

     

    Peter Scherer ist Partner bei GSK Stockmann + Kollegen. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen im Bank- und Kapitalmarktrecht, insbesondere Finanzaufsichtsrecht, Recht der Derivate und anderer Finanzinnovationen, Verbriefungen, Treuhänderfragen und Wertpapierverwahrrecht sowie Zentralbank- und Währungsrecht. Bevor sich Herr Scherer im Juli 2014 GSK Stockmann + Kollegen anschloss war er drei Jahre als Associate im Brüsseler Büro einer großen deutschen Kanzlei tätig, anschließend 25 Jahre in deren Frankfurter Niederlassung (nach einer Fusion im Jahre 2000 als internationale Großkanzlei), von 1995 bis 2013 als Partner.
    Herr Scherer absolvierte sein Studium der Rechts- und Politikwissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main sowie an der Indiana University in Bloomington/USA (LL.M.) und wurde im Jahre 1990 als Rechtsanwalt zugelassen. Er nahm an Lehrgängen der Georgetown University in Washington D.C./USA und dem Institut Monétaire in Luxemburg teil, arbeitete als Bankkaufmann im Wertpapierhandel und dem Back Office von renommierten Banken in Frankfurt und London und lehrte am Institut für Rechtsvergleichung der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
    Herr Scherer veröffentlichte zahlreiche Aufsätze, Beiträge und Bücher zu bank- und kapitalmarktrechtlichen Themen (einschließlich Kommentaren zum DepotG und den deutschen Investmentgesetzen sowie ein englischsprachiges Buch zum deutschen Bankaufsichtsrecht). Er ist Mitglied der Bankrechtlichen Vereinigung e.V. und der International Swaps and Derivatives Association (ISDA). Er spricht Deutsch, Englisch und Französisch.