TSI Special Training: Finanzierungsalternative Verbriefung von Handels- und Leasingforderungen über ABCP-Programme sowie Supply Chain Finance

Für größere Mittelständler und Leasingunternehmen ist die Forderungsverbriefung neben dem Bankkredit eine ideale working capital Finanzierung.
Und auch für Sponsorbanken und Investoren
ergeben sich vielfältige Vorteile. Von daher wundert es nicht, dass in Deutschland das Marktwachstum in den letzten sieben Jahren bei etwa 150 % lag. Das Instrument bietet weiterhin ein hohes Wachstumspotential, zumal bei künftigen Veränderungen in der Zinslandschaft oder dem Kreditzyklus.

 

Die EU will die kapitalmarktnahe Unternehmensfinanzierung fördern. Von daher waren viele Hoffnungen mit der neuen STS-Verbriefungsregulierung verbunden. Bei Lichte betrachtet wirft diese jedoch noch viele Fragen auf, ohne deren adäquate aufsichtsrechtliche Interpretation, die weitere Marktentwicklung tangiert ist.

Auf dem TSI Training am 1. Februar 2018 wollen wir den wesentlichen Marktentwicklungen, Strukturierungsthemen, zivil- und aufsichtsrechtlichen Fragen sowie aktuellen Entwicklungen, die mit dem Produkt verbunden sind, nachgehen.
Darüber hinaus wollen wir Supply Chain Financing als Reverse Factoring Modell betrachten, wo im Gegensatz zur traditionellen Handelsforderungsverbriefung die Forderungen vieler Schuldner gegenüber einem einzigen Lieferanten gebündelt werden.

Themenschwerpunkte des TSI Special Training sind:

  • Anforderungen an den Verkäufer – Bonität, Größe, Forderungsmanagement
  • Programmstrukturen, angewandte Risikominderungen und Bonitätsverbesserungen
  • Rechtliche Anforderungen an Strukturen und Verträge
  • Herausforderungen bei länderübergreifenden Transaktionsstrukturen
  • Aufsichtsrechtliche Anforderungen
  • Anforderungen unter STS-Regulierung und Zeitplan für deren Umsetzung
  • EK-Unterlegung bei Liquiditätsgeber und ABCP-Investor nach STS-Umsetzung
  • Investorenspezifische Anforderungen jenseits von Banken
  • Ablauf bei Supply Chain Financing und Abgrenzung von Verbriefung von Handelsforderungen


  •   Agenda

    Donnerstag, 1. Februar 2018

    8.45 – 9.00 Uhr

    Begrüßung durch die TSI

    9.00 – 9.55 Uhr

    Überblick Forderungsankaufsprogramme im Rahmen von ABCP-Transaktionen
    und ihre Ausgestaltung
    Stefan Leipold, UniCredit Bank

    • Grundstruktur einer ABCP-Transaktion
    • Anforderungen an den Verkäufer
    • Exemplarischer Strukturierungsprozess
    • Anforderungen insbesondere bei Handelsforderungen
    • Bewertung/Rating von Forderungspools
    • Marktentwicklung
    • Potentialanalyse

    9.55 – 10.50 Uhr

    Rechtliche Fragen und Prüfungen
    Andreas Lange, Mayer Brown

    • Rechtliche Anforderungen an den Forderungsbestand
    • Zivilrechtliche Anforderungen an den True Sale
    • Insolvenzrechtliche Fragen
    • Problematiken bei Verkäufern/Forderungen aus mehreren Ländern
    • Steuerliche Fragen

    10.50 – 11.15 Uhr

    Kaffeepause

    11.15 – 11.50 Uhr

    Forderungsverbriefung aus Sicht des nutzenden Unternehmens
    Rüdiger Moll, Deutsche Leasing

    • Interessen und Motive des Unternehmens für die Aufsetzung einer Transaktion
    • Kosten einer Transaktion und Tansaktionsumsetzung
    • Rechtliche Anforderungen an die Forderungen
    • Anforderungen an das Debitorenmanagement und die IT
    • Projektumfang und Zeitrahmen einer Transaktionsumsetzung
    • Rechtliche und praktische Spezifika bei den diversen Underlyings

    11.50 – 13.00 Uhr

    Aufsichtsrechtliche Anforderungen Status Quo und Ausblick auf STS
    Volker Meissmer, Landesbank Baden-Württemberg
    Holger Sauereisen, DZ BANK

    • STS Anforderungen auf Transaktions- und Programmebene
    • Prozess zur STS-Umsetzung
    • IAA- und Standardansatz: Anwendung bei Sponsorbank
    • Entwicklung Risikogewichte für Liquiditätslinie der Sponsorbank
    • Aktuelle aufsichtsrechtliche Diskussionen um RTS und Guidelines

    13.00 – 14.20 Uhr

    Mittagspause

    14.20 – 14.40 Uhr

    Geldmarktfonds und Versicherungen als ABCP-Investoren – Status Regulierung
    Volker Meissmer, Landesbank Baden-Württemberg

    • Letzter Status MMF
    • Aktueller Status Solvency II

    14.40 – 15.10 Uhr

    Wirtschaftsförderung und Verbriefungsprogramme – Anforderungen der KfW
    für ABCP Investments
    Uta Sieber, KfW
    Philipp Becker, KfW

    15.10 – 15.40 Uhr

    Kaffeepause

    15.40 – 16.50 Uhr

    Supply Chain Finance – Wodurch unterscheidet es sich rechtlich und praktisch von der Verbriefung von Handelsforderungen
    Dr. Arne Klüwer, Dentons Europe
    Axel Graeff, Landesbank Hessen-Thüringen

    • Abgrenzung zu Verbriefung von Handelsforderungen:
      Forderungsgläubiger vs. Forderungsschuldnersicht
    • Bilanzausweis beim Forderungsschuldner:
      Verbindlichkeit aus Lieferungen und Leistungen vs. Finanzverbindlichkeit

    Ab 16.50 Uhr

    Schlußwort TSI Geschäftsführung mit anschließendem Umtrunk

  •   Referenten

    Donnerstag, 1. Februar 2018

     

    Philipp Becker ist Senior Manager im Asset Management der KfW in Frankfurt. Er ist Teil eines Teams, das die Investitionen der KfW in ABS & ABCP verantwortet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Transaktionen mit SME-Exposure aus Deutschland und anderen europäischen Jurisdiktionen, entsprechend des Förderauftrags der KfW.
    Bevor er 2012 in die KfW eintrat, war Herr Becker mehrere Jahre für KPMG im Bereich Structured Finance & Leasing tätig, wo er u.a. Gutachten zur bilanziellen und aufsichtsrechtlichen Behandlung von Verbriefungstransaktionen verfasst hat. Er hat Betriebswirtschafslehre und Informatik an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen studiert.

     

    Axel Graeff ist Abteilungsdirektor bei der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und dort im Bereich Asset Backed Finance tätig. Dort beschäftigt er sich neben der Verbriefung für Firmenkunden und Bilanzstrukturmanagement seit 2015 schwerpunktmäßig mit dem Thema Supply Chain Finance. Zusammen mit dem Fintech-Unternehmen CRX Markets AG hat er Ende des Jahres 2015 das erste Supply Chain Finance-Progamm für die Vattenfall AB in Deutschland aufgesetzt. Vor seiner Zeit bei der Helaba war er bei der Société Générale, Dresdner Kleinwort, Paribas und RWE tätig. Seiner beruflichen Karriere ging ein Studium an der Technischen Universität Berlin und an der Ecole Supérieure de Commerce Toulouse voraus.

     

    Dr. Arne Klüwer ist Rechtsanwalt und Partner bei Dentons Europe LLP tätig und leitet dort den Bereich Banking und Finance in Deutschland und bekleidet gleichzeitig die Rolle des Head of Structured Finance Europe. Er ist spezialisiert auf strukturierte Finanzierungen und Restrukturierungen mit einem Schwerpunkt im Bereich von Verbriefungs- und Factoring Transaktionen, Asset-Based Lending, innovative Finanzierungen, sowie Loan Trading Transaktionen. Daneben liegt ein wesentlicher Schwerpunkt auch in der Beratung von Kreditgebern und Gläubigern in Workout-Situationen sowie bei der Restrukturierung von notleidenden Transaktionen. Seine Dissertation befasst sich mit einer rechtsvergleichenden Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen der Forderungsverbriefung in den USA und in Deutschland.

     

    Andreas Lange berät insbesondere in den Bereichen Verbriefungen (Loan, Lease, Handelsforderungen) und Asset-Backed Finanzierungen. Darüber hinaus verfügt er über besondere Erfahrung bei Derivate, Kreditfinanzierungen und regulatorischen Fragen. In den letzten Jahren hat er sich mit der Restrukturierung und Aufarbeitung von strukturierten Produkten, auch im Zusammenhang mit dem Finanzmarktstabilisierungsgesetz auseinandergesetzt.

     

     

    Stefan Leipold ist Managing Director und leitet das Team Receivables Financing im Bereich Securitized Products / Corporates & Investment Banking der UniCredit. Das Team ist für die Akquisition und Strukturierung von Transaktionen auf der Basis von Handelsforderungen für die Kunden der UniCredit Group zuständig. Stefan Leipold ist seit Mai 2015 bei der UniCredit Bank AG tätig. Zuvor war er bei der BayernLB und war dort zuletzt für das deutsche Verbriefungsgeschäft zuständig. Stefan Leipold arbeitet seit 2003 im Verbriefungsbereich, hat Transaktionen auf der Basis verschiedenster Forderungsarten strukturiert und hat 2010 ein neues ABCP-Programm mit aufgesetzt. Stefan Leipold ist Bankkaufmann und hat einen betriebswirtschaftlichen Abschluss der Universität Marburg.

     

    Volker Meissmer ist Leiter Gruppe Securitisation Grundsatzfragen & Conduit Management in der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Nach Tätigkeiten im Firmenkreditbereich und der Betreuung institutioneller Großkunden bei einem der Vorgängerinstitute der LBBW übernahm Herr Meissmer Anfang 1998 den Aufbau eines Kompetenz-Centers für Asset-Backed Finanzierungen und leitete anschließend für mehrere Jahre die Verbriefungsaktivitäten der LBBW.
    Angesiedelt am Hauptsitz in Stuttgart ist Herr Meissmer zuständig für alle Grundsatzthemen rund um die Verbriefung (insbesondere Regulatorik) sowie das Management und die Struktur des Multi-Seller ABCP-Programmes „Weinberg“. Er führt einen Titel als Diplom-Sparkassenbetriebswirt der Deutschen Sparkassen-Akademie und ist in zahlreichen Gremien und Ausschüssen der Verbriefungslobby in Deutschland und Europa vertreten.

     

    Rüdiger Moll, CFA, ist Leiter PCM & Treasury-Systeme im Bereich Konzerntreasury der Deutschen Leasing. In jüngster Vergangenheit verantwortete er den Aufbau und die Weiterentwicklung einer hauseigenen Ankaufsplattform zur Verbriefung von Leasing- und Mietkaufforderungen. Vor seiner Tätigkeit bei der Deutschen Leasing führte er zahlreiche Verbriefungsprojekte im Rahmen von ABCP- und Bondtransaktionen zum Erfolg. Herr Moll engagiert sich im Verband Deutscher Treasurer und im europäischen Leasingverband Leaseurope. Er hat sein Studium im Jahr 2005 an der Universität Würzburg als Diplom-Kaufmann abgeschlossen.

     

    Holger Sauereisen ist Abteilungsdirektor im Bereich Kapitalmärkte Handel der DZ BANK AG. Seit 2007 arbeitet er als Senior-Strukturierer im Team „Verbriefungen Firmenkunden“ und ist verantwortlich für Daten, Modellierung und Regulatorik mit Schwerpunkt auf das europäische ABCP-Programm CORAL. Seit seinem Eintritt in die DZ BANK im Jahr 1999 war er in verschiedenen Bereichen im Kreditrisikomanagement und Risikocontrolling tätig. Holger Sauereisen hat an der Universität Stuttgart studiert und ist Diplom-Mathematiker.

     

     

    Uta Sieber ist Prokuristin im Bereich Finanzmärkte der KfW Bankengruppe. Seit 2010 arbeitet sie als Senior Managerin im Team „ABS, ABCP, Strukturierung“ und betreut dort ABS und ABCP Investments, die unter förderpolitischen Zielsetzungen getätigt werden. Vor ihrem Eintritt bei der KfW war sie bei der UBS und der Deutschen Bank als Institutional Sales tätig. Uta Sieber hat an der Universität Karlsruhe Wirtschaftsingenieurwesen studiert und hält einen MBA der NYU Leonard N. Stern School of Business.