TSI Fachtagung: STS — Die Neue Verbriefungswelt

Verbriefungen sind ein Kernelement der europäischen Strategie zur Stärkung der Kapitalmärkte und der Unternehmensfinanzierung. Bereits ab dem 1. Januar nächsten Jahres gelten die neuen Verbriefungsregeln für alle Marktakteure gleichermaßen. Eine neue Welt kommt auf uns zu, denn die gute Absicht kommt in über tausend Seiten Regulierungstext daher. Und nicht nur die qualitativen Anforderungen ändern sich, es bleibt auch nicht bei den bisherigen Eigenkapitalunterlegungen für Investoren – seien es nun Banken oder Versicherungen.

Schon zum jetzigen Zeitpunkt ist klar, dass die neuen Bestimmungen tief in bisher etablierte Prozesse und Verfahren eingreifen werden. Ergänzt wird das Regelwerk mit neuen Pönalisierungen, sofern die Bestimmungen nicht eingehalten werden. Doch das Werk ist komplex und nicht selbsterklärend. Zumal erschwerend hinzukommt, dass manche der neuen Regelungen mit anderen Regulierungen – neu oder alt – konfligieren können.

Im Rahmen der TSI Fachtagung am 23.8.2018 wollen wir uns, da davon auszugehen ist, dass die Level 1 - 3 Regulierungen dann abschließend vorliegen bzw. die abschließenden Fassungen absehbar sind, mit hinreichendem zeitlichen Abstand vor der Erstanwendung der neuen Verbriefungsverordnung über ihre Interpretation und Umsetzung verständigen.

Die Tagung ist interessant für Mitarbeiter aus Banken, darüber hinaus aber auch für Aufsicht, Kanzleien, Ratingagenturen, Investoren und Regulatoren.

  •   Agenda

    Donnerstag, 23. August 2018

    8.45 – 9.00 Uhr

    Registrierung

    9.00 – 9.10 Uhr

    Begrüßung durch die TSI Geschäftsführung

    9.10 – 9.45 Uhr

    Was ist nunmehr eigentlich eine Verbriefung?
    Dr. Michael Frese, Landesbank Hessen Thüringen
    Dr. Arne Klüwer, Dentons Europe

    • neue Verbriefungsdefinition
    • Ausnahmen für Projekt- und Infrastrukturfinanzierungen von Banken
      und Versicherungen

    9.45 – 10.50 Uhr

    Neue Transparenzanforderungen, Funktion des Data Repository
    und Datenschutzanforderungen

    Basak Aktay, European DataWarehouse
    Dr. Holger Lutz, Baker McKenzie

    • Hohe Transparenzanforderungen bei Verbriefungen
    • Funktion des Repository
    • Gibt es Konflikte mit der DSGVO und wie löst man sie?

    10.50 – 11.20 Uhr

    Kaffeepause

    11.20 – 12.05 Uhr

    STS Anforderungen für Term-ABS und ihre Interpretation
    Dr. Sven Brandt, Hogan Lovells International

    • Verordnung, RTS und Guidelines
    • Was ist klar, was ist schwierig zu interpretieren

    12.05 – 12.45 Uhr

    STS Anforderung für ABCP’s
    Dr. Martin Kaiser, Ashurst
    Volker Meissmer, LBBW

    • Was ist machbar auf Transaktionsebene?
    • Ist STS auf Programmebene und für ABCPs machbar?
    • Wie ist der Weg von Verordnung über RTS zu den Guidelines zu bewerten?

    12.45– 13.10 Uhr

    Prozess der STS-Wertung & Third Party Zertifizierung
    Dr. Sven Brandt, Hogan Lovells International
    Jan-Peter Hülbert, True Sale International

    • Wo hilft die Zertifizierung; warum macht sie Sinn?

    13.10 – 14.30 Uhr

    Mittagspause

    14.30 – 15.10 Uhr

    Die Zukunft der Syntheten nach STS
    Matthias Korn, Caplantic Alternative Assets
    Stefan Krauss, HENGELER MUELLER

    • Bedingungen für Originatoren und Investoren unter dem neuen Regelwerk
    • Erreichbarkeit des STS-Status

    15.10 – 15.40 Uhr

    Kaffeepause

    15.40 – 17.10 Uhr

    Die neue Eigenkapitalunterlegungen für Banken und Versicherungen
    Moderation:
    Stefan Henkelmann, Allen Overy
    Referenten:
    Eberhard Hackel, Fitch Ratings
    Volker Meissmer, LBBW
    Bert Staufenbiel, KfW

    • Hierarchie der Ansätze
    • Vergleich alte vs. neue Regeln
    • Werden den Standardansatz nutzende Versicherungen zurückkommen?

    17.10 – 17.30 Uhr

    Marktausblick
    TSI Geschäftsführung

    • nächste Schritte

    17.30 – 17.40 Uhr

    Schlusswort der TSI-Geschäftsführung

    ab 17.40 Uhr

    Umtrunk

  •   Referenten

    Donnerstag, 23. August 2018

     

    Basak Aktay ist verantwortlich für den Vertrieb und das Marketing beim European Data Warehouse (ED). ED ist die zentrale europäische Plattform für ABS-Daten auf Einzelkredit-Ebene. ED wurde als Marktinitiative ins Leben gerufen, um das Vertrauen der Investoren in den europäischen ABS-Markt wiederzubeleben.
    Zuvor war sie bei der DZ Bank als Produktmanagerin im Bereich deutscher Kapitalmarkt tätig. Weiterhin hatte sie unterschiedliche Positionen in Technologie- und E-Commerce-Abteilungen der Commerzbank AG und Isnet A.S. inne. Basak studierte MSc Computer Engineering an der Universität Duisburg-Essen und absolvierte ein MBA bei der Manchester Business School.

    Dr. Sven Brandt ist Partner am Frankfurter Standort von Hogan Lovells und leitet die deutsche Debt Capital Markets Praxis. Zuvor war er Partner der mit Ernst & Young assoziierten Anwaltskanzlei Luther. Weiterhin war er fünf Jahre in der Rechtsabteilung der Deutschen Bank sowie drei Jahre bei der Commerzbank tätig. Sven Brandt verfügt über weitreichende Erfahrung im Bereich der Kapitalmärkte (sowohl bei Zins- als auch bei Dividendenpapieren), Structured Finance (einschließlich derivativer Instrumente),
    Repackaging und der Verbriefungen. Schwerpunkte seiner Beratung liegen in
    Transaktionen im Bereich strukturierte Finanzierungen, bei Kapitalmarktprodukten sowie den aufsichtsrechtlichen Aspekten des Wertpapierhandels. Sven Brandt war auch Mitglied der Verbriefungsarbeitskreise bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und des Bundesverbands der deutschen Banken. In diesem Bereich ist er auch Dozent der IREBS Immobilienakademie der Universität Regensburg.

    Dr. Michael Frese ist stellvertretender Chefsyndikus bei der Landesbank Hessen-Thüringen. Michael Frese wechselte im Januar 2006 als stellvertretender Chefsyndikus zur Helaba. Dort verantwortet er u. a. die rechtliche Begleitung von Securitisation- und Kapitalmarkttransaktionen sowie die rechtliche Strukturierung des Derivategeschäfts. Zuvor war Michael Frese bei der DZ BANK AG im Investmentbanking (ABS-Strukturierung) sowie als Internal Counsel tätig. Vor seinem Wechsel zur DZ BANK AG hat Michael Frese bei Gleiss Lutz als Rechtsanwalt M & A-Transaktionen betreut.

     

    Eberhard Hackel ist Senior Director in Fitch Ratings’ European Structured Finance und Covered Bond Gruppe und leitet das Frankfurter Structured Finance Team. Das Team ist verantwortlich für Ratings von ABS, RMBS und SME CLOs in Deutschland, Österreich und der Schweiz aber auch für osteuropäische Verbriefungen und Covered Bonds. Vor Beginn seiner Tätigkeit bei Fitch im Jahr 2008 arbeitete er sieben Jahre im Risikocontrolling der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Zu seinen Aufgaben gehörten dort die Messung von Marktpreisrisken und die Betreuung des Zinsrisikomodells
    der Bank. Eberhard Hackel hat Betriebswirtschaftslehre in Göttingen studiert und den FRM Titel der Global Association of Risk Professionals erworben.

     

    Dr. Stefan Henkelmann ist Partner im Bereich Internationales Kapitalmarktrecht im Frankfurter Büro von Allen & Overy LLP. Dr. Stefan Henkelmann verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Beratung zu deutschen und internationalen Kapitalmarkttransaktionen, mit einem Schwerpunkt bei Verbriefungen und Strukturierten Finanzierungen sowie der Restrukturierung im Kapitalmarktsektor. Außerdem berät er zu strukturierten Schuldverschreibungen und Unternehmensanleihen sowie zu allen damit im Zusammenhang stehenden Fragen des Bankaufsichts- und Insolvenzrechts. Er doziert am Institute for Law and Finance der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

     

    Jan-Peter Hülbert ist seit Juli 2018 Geschäftsführer der True Sale International GmbH. Davor war er als Head of Asset Based Finance – Corporates der Raiffeisen Bank International AG verantwortlich für den Bereich Consumer Assets und Trade Receivables. Die Asset-Klassen beinhalten Auto-Kredite, Auto-Leasing, Equipment Leasing und unbesicherte Konsumentenkredite sowie Handelsforderungen. Seit 2002 hat er zahlreiche öffentliche ABS Bonds sowie diverse bilaterale oder syndizierte Verbriefungstransaktionen für Firmenkunden, Leasinggesellschaften und Konsumentenfinanzierer strukturiert. Herr Hülbert hält einen Abschluss als Diplom-Kaufmann der LMU München.

     

    Dr. Martin Kaiser, LL.M. ist Partner im Bereich Finance in Frankfurt und Mitglied unserer globalen Securities and Derivatives Group (SDG). Er ist spezialisiert auf Verbriefungen und berät vor allem Banken und Unternehmen, insbesondere im Zusammenhang mit True-Sale-Transaktionen in verschiedenen Assetklassen, einschließlich Automobildarlehen, Leasing, Verbraucherkredite, NPL und Handelsforderungen.
    Vor seinem Eintritt bei Ashurst war Martin Kaiser Partner bei einer anderen führenden internationalen Kanzlei, zuletzt als Leiter der Banking & Finance-Praxisgruppe in Deutschland und Österreich.

     

    Dr. Arne Klüwer ist Rechtsanwalt und Partner bei Dentons Europe LLP tätig und leitet dort den Bereich Banking und Finance in Deutschland und bekleidet gleichzeitig die Rolle des Head of Structured Finance Europe. Er ist spezialisiert auf strukturierte Finanzierungen und Restrukturierungen mit einem Schwerpunkt im Bereich von Verbriefungs- und Factoring Transaktionen, Asset-Based Lending, innovative Finanzierungen, sowie Loan Trading Transaktionen. Daneben liegt ein wesentlicher Schwerpunkt auch in der Beratung von Kreditgebern und Gläubigern in Workout-Situationen sowie bei der Restrukturierung von notleidenden Transaktionen. Seine Dissertation befasst sich mit einer rechtsvergleichenden Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen der Forderungsverbriefung in den USA und in Deutschland.

     

    Matthias Korn ist bei der Caplantic u.a. zuständig für Kapitalmarkttransaktionen und vergleichbare Dienstleistungen auch im institutionellen Bereich. Vorher war er 20 Jahre im Bankenbereich tätig und hatte unterschiedliche Positionen bei der NORD/ LB, Dekabank, Allianz und Dresdner Bank sowohl auf der Kapitalmarkt- als auch auf der Risikoseite inne. Im Bereich Verbriefungen arbeitet Herr Korn seit etwa 15 Jahren.

     

     

    Dr. Stefan Krauss ist Partner von HENGELER MUELLER und seit 1995 im Bereich Structured Finance, Capital Markets und Banking tätig. In zahlreichen Transaktionen und als Berater der TSI war er maßgeblich an der Entwicklung des deutschen ABS-Marktes beteiligt. Weitere Beratungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Derivate,Zahlungssysteme (Euro1, Step2, MyBank) sowie Pfandbriefe und Pfandbriefbanken.

     

     

    Dr. Holger Lutz, Rechtsanwalt bei Baker McKenzie, Partnerschaft von Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern mbB.
    Holger Lutz ist Co-Leiter der deutschen Praxisgruppe Informationstechnologie und arbeitet am Standort Frankfurt/Main von Baker McKenzie. Er studierte Rechtswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und an der University of Edinburgh, wo er den Titel eines „LL.M. in Innovation, Technology and the Law“ erhielt. Im Jahr 2008 wurde er mit einer Arbeit zum Softwarerecht in Frankfurt/Main promoviert und leitet seit 2013 die deutsche Cybersecurity Taskforce von Baker McKenzie. Außerdem leitet er den Fachausschuss Internet & eCommerce der Deutschen Gesellschaft für Recht und Informatik (DGRI).

     

    Volker Meissmer ist Leiter Gruppe Securitisation Grundsatzfragen & Conduit Management in der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Nach Tätigkeiten im Firmenkreditbereich und der Betreuung institutioneller Großkunden bei einem der Vorgängerinstitute der LBBW übernahm Herr Meissmer Anfang 1998 den Aufbau eines Kompetenz-Centers für Asset-Backed Finanzierungen und leitete anschließend für mehrere Jahre die Verbriefungsaktivitäten der LBBW. Angesiedelt am Hauptsitz in Stuttgart ist Herr Meissmer zuständig für alle Grundsatzthemen rund um die Verbriefung (insbesondere Regulatorik) sowie das Management und die Struktur des Multi-Seller ABCP-Programmes „Weinberg“.
    Er führt einen Titel als Diplom-Sparkassenbetriebswirt der Deutschen Sparkassen-Akademie und ist in zahlreichen Gremien und Ausschüssen der Verbriefungslobby in Deutschland und Europa vertreten.

     

    Bert Staufenbiel, Senior Manager, arbeitet seit 2010 bei der KfW, wo er sich hauptsächlich mit Verbriefungen von europäischen KMUs beschäftigt. Zudem ist er verantwortlich für ausgewählte aufsichtsrechtliche Fragestellungen u.a. Basel III/IV und Solvency II. Von 2007 bis 2010 war er als Portfoliomanager in der Einheit Structured Credits der Deka Investment tätig. Sein Berufseinstieg erfolgte bei Fitch Ratings im Bereich Verbriefung, wo er hauptsächlich für RMBS und KMU Transaktionen verantwortlich war. Herr Staufenbiel ist Diplom-Kaufmann (Universität Potsdam) und hat in 2015 zusätzlich den Master-Studiengang „Risk Management and Regulation“ bei der Frankfurt School of Finance & Management absolviert.