Kreditrisikotransfer

Europas Finanzmärkte zeichnen sich durch eine Dominanz der Bankenfinanzierung aus. Die Kapitalmärkte sind im Vergleich zu den USA unterentwickelt. Dies bringt es mit sich, dass dem Kredittransfer in der kommenden Kapitalmarktunion eine hohe Bedeutung zukommen wird. Im Wesentlichen kommen dafür folgende Instrumente infrage: die Verbriefung, der Kreditfonds und das Schuldscheindarlehen bzw. die Privatplatzierung von Krediten bzw. Kreditportfolien. Allen dreien kommt im Kontext der geplanten EU Kapitalmarktunion eine hohe Bedeutung zu.

  •   Verbriefungen

    Der Wiederbelebung des Verbriefungsmarktes kommt in der zukünftigen europäischen Kapitalmarktunion eine hohe Bedeutung zu. Verbriefungen sollen den Transmissionsriemen zwischen Banken, Realwirtschaft und Kapitalmarkt bilden, eine Funktion, die kein anderes Finanzinstrument gleichwertig ausfüllen kann.

    Die generelle Bedeutung der Verbriefung für Banken und die Wirtschaftsfinanzierung wird an anderer Stelle des TSI Webauftritts detailliert erläutert (ABS im Überblick - Grundlagen). Ebenso wird an verschiedenen Stellen auf die regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen eingegangen (Recht und Regulierung - Verbriefung und Regulierung).

    An dieser Stelle soll die weitere Entwicklung von Verbriefungen im Rahmen der Schaffung einer Kapitalmarktunion detailliert verfolgt werden. Alle Dokumente, Kommentierungen, Veränderungen im Rechtsrahmen, die im Zuge des Projekts Kapitalmarktunion der EU die Rahmenbedingungen für Verbriefungen verändern, weiterentwickeln – sei es Aufsichtsrecht, Zivil-, Insolvenz- oder Steuerrecht, Einbindung in die europäische Förderpolitik  - werden die Nutzer zukünftig hier finden bzw. in dem Menuepunkt Regulatory News Verbriefungen und Kreditfonds, sofern es sich um Detail-Vorhaben handelt, die noch in der Diskussion sind.

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  •   Kreditfonds

    Während die Bankenfinanzierung eher auf dem Rückzug ist, zeigen Kreditfonds in ihren unterschiedlichen Ausprägungen als Immobilien-, Infrastruktur- oder Private Debt- bzw. Direct Lending Fonds, die auf die Unternehmensfinanzierung ausgerichtet sind, allesamt beeindruckende Wachstumsraten. Dabei besetzen sie die direkte Kreditvergabe, die angestammte Domäne der Banken. Noch mögen die absoluten Zahlen im Vergleich zu den kumulierten Bilanzsummen der Banken bescheiden anmuten, doch der Trend gibt zu denken: Von 2010 auf 2015 vervierfachte sich  das kumulierte Volumen europäischer Immobilienfonds, verneunfachte sich das Volumen der Infrastrukturfonds und bei den Private Debt Fonds stechen insbesondere die Untergruppe der Direct Lending Fonds hervor, die in der direkten Kreditvergabe an Unternehmen aktiv sind. Sie verzeichneten eine Volumenszunahme um den Faktor acht in den letzten vier Jahren. Die Gründe für dieses Wachstum liegen wahrscheinlich auch in der Regulierung, die für Banken in der fraglichen Zeitspanne deutlich anzog, während Kreditfonds auf europäischer und nationaler Ebene gewisse Erleichterungen erfuhren. Auch das nach der Finanzkrise lange fortbestehende, unsichere regulatorische Umfeld für Verbriefungen mag dazu beitragen, dass alternative Ausplatzierungs- und Finanzierungsvehikel beliebt sind.

    Eine gute Übersicht über die Marktentwicklung liefert der Creditreform Research-Bericht "Kreditfonds in Europa - Direct Lending im Aufwind"

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