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TSI-Glossar

Haftungsausschluss

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Alphabetischer Index

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 
A-Notes (Anleiheklasse A)
Als A-Notes wird die Senior Tranche einer ABS Emission bezeichnet, die vorrangig (d.h. vor bspw. B-Notes und weiteren Tranchen) bedient wird. Aus Kapitalrückzahlungen und Zinszahlungen auf die verbrieften Forderungen werden zuerst vorrangig die Zahlungsansprüche auf die A-Notes bedient.
Abtretung
→ Zession
Adjustable Rate Mortgage (ARM) Loan/Variabel verzinstes Hypothekendarlehen
Unter einem Adjustable Rate Mortgage Loan wird ein Hypothekendarlehen verstanden, dessen Zinssatz unter Zugrundelegung eines spezifischen Index-Zinssatzes (bspw. 3-Monats Euribor) periodisch angepasst wird.
Administrator
→ Servicer
Advance Rate (Vorschussatz)
Als Advance Rate wird der ursprüngliche Saldo der Hauptforderung eines Autodarlehens geteilt entweder durch den Einzel- oder Großhandelswert des durch das Darlehen finanzierten Automobils bezeichnet. Die Advance Rate bei einem Automobildarlehen entspricht dem LTV ("Loan-To-Value") bei einem Wohnungsbaudarlehen und bemisst wie viel Eigenkapital der Kreditnehmer an dem das Darlehen besichernden Vermögensgegenstand hält. Je höher die Advance Rate, desto niedriger ist das Eigenkapitalrisiko des Kreditnehmers und umso weniger Schutz erhält der Kreditgeber durch Sicherheitsleistungen.
All-in Cost (Gesamtkosten)
Die Gesamtkosten einer Verbriefung für den Emittenten oder Sponsor, einschließlich aller Einmal-/ Projektkosten, der Emissionskosten (inkl. Zinsen), sowie aller Kosten für Dienstleistungen Dritter (Kosten für Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Ratingagenturen, Sicherungsgeber etc.) amortisiert über die zu erwartende Durchschnittslaufzeit der Emission.
Allocated Percentage (Zugeordneter Prozentsatz)
Allocated Percentage bezeichnet den Anteil eines Hypothekendarlehens der einer bestimmten Immobilie zugeordnet ist, sofern mehrere Immobilienobjekte das Darlehen besichern. Dieser Fall ist regelmäßig bei Gewerbeimmobilien vorzufinden. Zur Berechnung dieses Anteils wird bspw. der operative Nettoertrag oder Netto Cash Flow aus einer Immobilie durch den kumulierten operativen Nettoertrag oder Netto Cash Flow aus allen den Kredit besichernden Immobilien geteilt.
American Depositary Receipt (ADR)
Ein American Depositary Receipt ist ein Zertifikat über Eigentum an Kapitalbeteiligungen an einem nicht-amerikanischen Unternehmen. ADRs werden in US Dollar auf dem amerikanischen Effektenmarkt gehandelt und notiert. Investoren erhalten die Dividenden auch in US Dollar. ADRS wurden speziell geschaffen, um den Kauf, Besitz und Verkauf von nicht-amerikanischen Effekten durch amerikanische Investoren zu erleichtern und gleichzeitig nicht-amerikanischen Emittenten ein Unternehmensfinanzierungsvehikel zur Verfügung zu stellen.
Amortisation
Amortisation beschreibt den Verlauf, wie der Kapitalbetrag einer Anleihe über die Laufzeit hinweg zurückgezahlt bzw. getilgt wird. Wenn die Rückführung des Kapitalbetrages am Ende der Laufzeit bei Fälligkeit in einem Betrag erfolgt, dann spricht man nicht von Amortisation, sondern von Einmaltilgung oder "bullet payment". Man unterscheidet zwischen geplanter Amortisation und Amortisation mit vorfälliger Rückzahlung, d.h. die Rückzahlung des Kapitalbetrags erfolgt vor dem geplanten Stichtag. Üblicherweise tilgen ABS-Wertpapiere in unregelmäßigen Beträgen über die gesamte Laufzeit oder bis zu ihrer Kündigung.
Amortisation Period (Amortisationszeit)
Die Amortisationszeit ist der Zeitraum, in dem der Kapitalbetrag bis zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt zurückgezahlt wird. Bei revolvierenden Transaktionen, die eine bestimmte Zeit Rückzahlungen in neue Forderungen investieren, erfolgt die eigentliche Amortisation erst nach der revolvierenden Phase.
Anleihe (Bond)
Eine Anleihe ist eine langfristige Schuldverschreibung mit vertraglich festgelegter Verzinsung, Laufzeit und bestimmter Stückelung. Durch die Auflage von Anleihen wird eine Mittelaufnahme durch die Emittenten am privaten Kapitalmarkt im In- oder Ausland angestrebt. Je nach Emittent der Anleihen unterscheidet man Staatsanleihen, Kommunalanleihen oder -obligationen, Pfandbriefe (von Hypothekenbanken), Industrieobligationen (von Unternehmen). Anleihen werden zumeist auch an der Börse gehandelt und es gibt eine amtl. Kursnotierung.
Anleihekonzept
Emission von → Anleihen oder sonstigen kurzfristigen Schuldtiteln (z.B. Commercial Papers (CP)) zur Refinanzierung der SPV. Diese Schuldtitel verbriefen einen Zahlungsanspruch gegenüber der SPV.

Siehe ausführlich → Pay-through Verfahren
Annual Payment Cap
Annual Payment Cap bezeichnet den höchsten Prozentsatz um den die planmäßige Zahlung von fälligen Zinsen und Kapitalbetrag bei einem variabel verzinsten Hypothekendarlehen in einem bestimmten Jahr erhöht werden können (Sondertilgungsrechte).
Arbitrage CDO
Eine Arbitrage CDO zielt darauf ab mittels einer → CDO Transaktion einen risikolosen Gewinn zu erzielen. Dies ist der Fall, wenn die Gesamtkosten der Emission geringer sind als die Erträge aus dem verbrieften Portfolio. Die positive Gesamtrendite errechnet sich aus der Differenz der höheren Verzinsung des der Transaktion zugrunde liegenden Portfolios und den "all-in"-Refinanzierungskosten auf die begebenen ABS-Wertpapiere. Dies wird dadurch erreicht, dass das verbriefte Portfolio ein höheres durchschnittliches Kreditrisiko aufweist als die emittierten Anleihen, die durch dieses Portfolio besichert sind. Ein Großteil der Arbitrage ergibt sich aus einer mehr oder weniger permanenten Marktunvollkommenheit. Viele institutionelle Investoren dürfen wegen Regularien und Vorgaben keine nicht Investment Grade Papiere kaufen. Deshalb werden Papiere mit höherem Risiko (Junks) oft mit einem Spread im Vergleich zu Papieren mit Investment Grade gehandelt. Deshalb kann mit CDOs ein Portfolio ohne Investment Grade Papiere in Tranchen umstrukturiert werden, die ein besseres Rating erhalten.
Arranger
Der Arranger (Underwriter) ist i.d.R. eine Investmentbank. Diese plant, organisiert und strukturiert gemeinsam mit dem → Originator die gesamte ABS-Transaktion.

Die dabei wichtigsten Aufgaben sind:
  • Beratung für den Aufbau der Transaktion
  • Beratung bei der optimalen Auswahl der Forderungen für den zu verkaufenden Kreditpool
  • Anpassung der →ABS an die Forderungsstruktur sowie an die Bedürfnisse des →Originators und der Investoren
  • Koordination der Errichtung und Auswahl des SPV
  • Dialog mit den →Ratingagenturen
  • Erstellung der Dokumentation, insbesondere des Prospekts, unter Einschaltung von Rechtsanwälten
  • Mitwirkung bei der Platzierung der ABS
Asset Backed Commercial Paper (ABCP)
Asset Backed Commercial Paper (ABCP) sind kurzlaufende, nicht börsennotierte Schuldverschreibungen bei denen die Bedienung des Kapitalbetrags und der Zinsen aus den Cash Flows der zugrunde liegenden Vermögensgegenstände (überwiegend Forderungen) erfolgt. Falls jedoch ein ABCP nicht neu aufgelegt werden kann, um mit den Emissionserlösen ein fälliges ABCP zu tilgen, wird auf eine „liquidity facility“ (Liquiditätsfazilität bzw. Kreditlinie) zurückgegriffen, um die Rückzahlung der Gelder an die Investoren sicher zu stellen.
Asset Backed Loans
Klassische Kreditaufnahme mit Besicherung durch Vermögensgegenstände.
Asset Backed Securities (ABS)
Wertpapiere (meist Anleihen oder Schuldscheine), die von einem SPV emittiert werden und durch Vermögensgegenstände (überwiegend Forderungen) besichert sind. Die Forderungen wurden ursprünglich von Kreditgebern, Banken oder Unternehmen im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit generiert.

Siehe ausführlich → ABS Transaktionen
Asset Backed Securities (ABS) Transaktionen/ Finanzierungen
Grundprinzip besteht traditionell darin, dass ein Unternehmen oder eine Bank, illiquide nicht marktfähige Vermögenswerte (überwiegend Forderungen bzw. Forderungspools) an eine ausschließlich zu diesem Zweck gegründete → SPV überträgt und dafür liquide Mittel erhält. Die Refinanzierung erfolgt über die Emission von ABS-Wertpapieren, die entweder von dem SPV direkt an institutionelle Investoren emittiert werden oder am Kapitalmarkt gehandelt werden. Überwiegend werden Forderungen als Unterlage bzw. Deckung oder Besicherung für die Wertpapiere verwendet, da aus diesen ein mehr oder weniger regelmäßiger Zahlungsstrom resultiert, der zur Rückführung des Kapitalbetrags und zu Zinszahlungen verwendet werden kann. In der Praxis werden insbesondere Forderungen aus Forderungen aus Bankdarlehen, Lieferungen und Leistungen, Kreditkartensalden und Automobilkredite verwendet.

Aus der Vielzahl der divergierenden Definitionen von → ABS lassen sich folgende konstituierenden Merkmale ableiten:

1. Rechtliche Verselbständigung eines Pools bestimmter Forderungen, losgelöst von der Bonität des Forderungsverkäufers und

2. Nutzung dieser Sicherheiten für die Refinanzierung über Wertpapiere.

3. Begebung von Tranchen.

ABS Finanzierungen besitzen verschiedene ökonomische Gründe und Ziele für den Forderungsverkäufer, Investoren, Gesamtwirtschaft und andere:
  • Freisetzung von gebundenem Kapital und somit Erhöhung der Liquidität (bei "True Sale")
  • Verbesserung von Kennzahlen (Verschuldungsgrad, EK-Quote, EK-Rentabilität etc.)
  • Senkung der Finanzierungskosten, da Rating losgelöst von Rating des → Originators
  • Erhöhung der Finanzierungsflexibilität durch Diversifikation der Finanzierungsquellen
  • Erhöhte Kreditvergabemöglichkeit für Banken, da mehr Kredite zu günstigeren Konditionen angeboten werden können
  • Bessere Risikodiversifikation, da Risiken ausgelagert werden und auf mehrere Beteiligte (Originator, SPV, Investoren etc.) verteilt werden
  • Bilanzverkürzung durch die Rückführung von Schulden
  • Expansion und Wachstum ohne zusätzliches Eigenkapital und ohne finanzwirtschaftliche Kennzahlen zu belasten
  • Off-balance Sheet Finanzierung
  • Verkürzung der durchschnittlichen Bindungsdauer der Finanzaktiva
Asset Originator
→ Originator
Assetklassen
Vermögensgegenstände bzw. Vermögensklassen, die zur Unterlage für die emittierten Wertpapiere dienen:

  • Consumer Loans = Konsumentenkredite
  • Credit Card Receivables = Kreditkartenforderungen
  • Leasing Receivables = Leasingforderungen
  • Future Cash-Flows = zukünftige Zahlungsströme
  • Residential Mortgages = private Wohnungsbaudarlehen oder Hypothekenkredite
  • Commercial Mortgages = Gewerbliche Immobilienkredite
  • Building Society Loans = Bauspardarlehen
  • Collateralised Loan Obligations (CLO) = Firmenkredite
  • Collateralised Bond Obligations (CBO) = Anleihen
Assets
Als Assets werden alle Vermögenswerte eines Unternehmens auf der linken Seite der Bilanz bezeichnet. Die Aktiva werden grob in Anlage- und Umlaufvermögen untergliedert. Im deutschsprachigen Raum spricht man von Vermögensgegenständen, während im angloamerikanischen Wirtschaftsraum von Vermögenswerten gesprochen wird.
Assignment (Abtretung)
→ Zession
Ausfallrisiko
→ Bonitätsrisiko
Autopilot
Der Geschäftszweck der → SPV wird i.d.R. ausschließlich auf Geschäfte im Zusammenhang mit der Forderungsverbriefung beschränkt. Hintergedanke hierbei ist, dass das SPV keinen anderen Risiken aus sonstigen Tätigkeiten ausgesetzt wird, die zu einer Insolvenz führen könnten. Deshalb wird ein SPV häufig mit rechtlichen Vereinbarungen gegründet, die die Entscheidungsmacht des Managements und der stimmberechtigten Anteilseigner dauerhaft und maßgeblich beschränken, Geschäftspolitik und –ablauf a priori genau festlegen und in mangelnder Partizipation an Chancen und Risiken aus den erworbenen Risiken seitens des SPV resultieren können; es funktioniert wie ein "Autopilot".
Average Life (Durchschnittslaufzeit)
Average Life bezeichnet die durchschnittliche Laufzeit einer Anleihe, die notwendig ist, um den investierten Kapitalbetrag zurück zu erhalten. Die Berechnung erfolgt durch die Division der Summe jeder Kapitalbetragstilgung multipliziert mit der Zeit, die zwischen Investition und Tilgung verstrichen ist, durch die Gesamtsumme der Investition. Die tatsächliche Durchschnittslaufzeit einer Verbriefung ist abhängig von der Tilgungsgeschwindigkeit der unterliegenden Forderungen, die sich aus planmäßigen und/oder außerplanmäßigen Tilgungen ergibt. Die erwartete Durchschnittslaufzeit eines Wertpapiers kann durch die Annahme einer konstanten (constant prepayment rate) oder variablen Tilgungsgeschwindigkeit bezüglich der unterliegenden Forderungen berechnet werden. Die erwartete Durchschnittslaufzeit ist ein nützliches Hilfsmittel, um die auf Basis eines amortisierenden Forderungsportfolios emittierten Anleihen mit anderen Wertpapieren zu vergleichen.
B-Notes (B-Scheine)
Als B-Notes wird eine nachrangige Tranche einer ABS Finanzierung bezeichnet. D.h. Tilgungs- und Zinszahlungen für diese Tanche erfolgen i.d.R. erst nach Bedienung von vorrangigen → A-Notes.
Backstop Facility (Auffangfazilität)
Backstop Facility bezeichnet die Zustimmung eines Kreditinstituts mit ausreichend gutem/ hohem Rating einem vorrangig verpflichteten Kreditinstitut eine Kreditlinie zu gewähren, wenn dieses vorrangig verpflichtete Kreditinstitut unfähig ist seiner Zahlungsverpflichtung nachzukommen.
Balance Sheet CDO
Als Balance Sheet CDO wird eine → ABS-Transaktion bezeichnet, bei der der Sponsor Forderungen verbrieft, die ihm bereits gehören - also in der Bilanz stehen oder stehen werden - oder die er bald erhalten wird. Ziel ist es, diese Forderungen (zumeist Firmenkundenkredite) aus der Bilanz herauszulösen.
Bank for International Settlements (BIS)
Die BIS ist die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und wurde 1930 gegründet, um eine globale Finanzinstitution zu schaffen, die die Interessen der einzelnen Zentralbanken vertreten. Als internationale Institution hat sie sich dem Ziel weltweiter Stabilität der Währungs- und Finanzsysteme verschreiben. Die Angebote richten sie ausschließlich an Zentralbanken und internationale Organistaionen. Bedingt durch den Wandel der Zeit lag in den 70 und 80er Jahren der Fokus darauf internationale Zahlungsströme nach der Ölkrise zu ermöglichen. Zunehmend nahm man sich auch der Rolle der Überwachung an. Diese Entwicklung gipfelte 1988 mit dem Basler Eigenkapital Akkord und der Erweiterung zu Basel II im Jahr 2001.
Bankruptcy Remote (Konkursfest)
→ Insolvenzfest
Basel II
Der neue Basler Akkord (Basel II) ist eine Fortentwicklung der Eigenmittelempfehlung des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht aus dem Jahre 1988 (Basel I).
Mit dem ersten Akkord wurde die Mindesteigenkapitalausstattung auf 8% bezogen auf die risikogewichteten Kreditpositionen einer Bank festgelegt. Der Basler Akkord hat sich zum international anerkannten Kapitalstandard entwickelt und findet in über 100 Ländern Anwendung. Deshalb ist Basel I auch die Basis für die entsprechenden europäischen und deutschen bankaufsichtsrechtlichen Regelungen zur Unterlegung bei Kreditrisiken.

Der Baseler Ausschuss hat nach einem ersten Konsultationspapier vom Juni 1999 in einem zweiten Konsultationspapier Vorschläge zur Neufassung der Baseler Eigenkapitalvereinbarung von 1988 unterbreitet. Im Kern geht es darum, die Kapitalanforderungen an Banken stärker als bisher vom ökonomischen Risikogehalt abhängig zu machen und neuere Entwicklungen an den Finanzmärkten sowie im Risikomanagement der Institute zu berücksichtigen. Diese Bemühungen mündeten im neuen Basler Akkord (Basel II) vom Juni 2004, der aus den drei Säulen Mindeskapitalanforderungen, bankaufsichtlicher Überprüfungsprozess und erweiterte Offenlegung besteht.
Bilanzentlastend/ -befreiend
Bilanzentlastend bzw. -befreiend ist eine ABS Transaktion dann, wenn es beim Originator zu einem bilanziellen Abgang (Ausbuchung) der Forderungen kommt. Aus bilanzieller Sicht ist die Bilanzbefreiung ein wesentliches Merkmal einer ABS Transaktion, da dann entweder eine Bilanzverkürzung bei Rückführung von Verbindlichkeiten mit der erhaltenen Liquidität oder eine Expansion ohne Belastung des Verschuldungsgrades erfolgen kann.
Bilanzierung von Verbriefungen
Die Bilanzierung von Verbriefungstransaktionen bereitet sowohl der deutschen als auch der angloamerikanischen Rechnungslegung Schwierigkeiten. Es sind die Einzeljahresabschlussebene und die Konzernebene differenziert zu betrachten:

Nach der deutschen Rechnungslegung nach HGB existieren keine Sondervorschriften zur Bilanzierung; es sind die allgemeinen Vorschriften des HGB unter Zuhilfenahme der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) anzuwenden. Abhängig von dem zugrunde liegenden Geschäft (echter Forderungsverkauf oder besicherte Kreditaufnahme) und unter Beachtung der Sicherungsmechanismen sowie unter Würdigung der Gesamttransaktion ist über die Bilanzierung fallspezifisch zu entscheiden.

Es gibt kontroverse Meinungen über die Bilanzierung mit unterschiedlicher Betonung der Zurechnungskriterien. Die Mehrheit stellt allein auf die Übernahme des Bonitätsrisikos als Zurechnungskriterium ab; andere betonen die Verfügungsbefugnis.
Es kann zu einem Auseinanderfallen von juristischem und wirtschaftlichem Eigentum kommen, so dass eine pauschale Antwort zur Bilanzierung unmöglich erscheint. Auf Konzernebene ist zu prüfen, ob die Zweckgesellschaft in den Konsolidierungskreis einbezogen werden muss. Ohne Darlegung der teilweise komplexen Regelungen kann gesagt werden, dass durch entsprechende gesellschaftsrechtliche Strukturen eine Einbeziehung der Zweckgesellschaft in den Konzernabschluss vermieden werden kann.

Nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS) gibt es detailliertere Vorschriften zur Bilanzierung. Insbesondere der im Dezember 2003 als überarbeitete Version veröffentlichte IAS 39 enthält Sonderregelungen zu Verbriefungstransaktionen. Nichts desto trotz ist auch hier eine Einzelfallbetrachtung notwendig, die die zahlreichen Aspekte in einer Gesamtbetrachtung würdigt. Nach der überarbeiteten Version von IAS 39 kommt ein Stufenmodell für die Bestimmung eines "Bilanzabganges" zum Einsatz, das zunächst prüft wer die Chancen und Risiken trägt und dann die Kontrollmöglichkeiten analysiert. Dieses Modell ist weit komplexer als die HGB Regelungen. Auch auf Konzernabschlussebene gibt es Sonderregelungen sowie eine Interpretation (SIC 12), die die Nicht-Einbeziehung von Zweckgesellschaften zwar erschwert, aber nicht unmöglich macht.
Bond
→ Anleihe
Bonitätsrisiko
Bonitätsrisiko ist das Risiko, dass der Zahlungsanspruch aus den veräußerten Forderungen aus Gründen, die nicht im rechtlichen Bestand der Forderungen liegen, gegenüber dem Schuldner nicht durchgesetzt werden kann. D.h. der Schuldner ist unfähig oder unwillig die fälligen Zahlungen zur Bedienung der Forderungen zu leisten. Die Begriffe Ausfallrisiko, Delkredererisiko und Bonitätsrisiko werden häufig synonym verwendet.
Buchgrundschuld
→ Grundschuld
Building Society Loans
Als Building Society Loans werden Kredite von engl. Bausparkassen bezeichnet.
Callable (Kündbar)
Callable sind Anleihen oder Darlehen, wenn sie einseitig durch den Emittenten vor Ablauf der planmäßigen Laufzeit gekündigt werden können.
Capital Adequacy (erforderliche Kapitaldeckung)
Capital Adequacy beschreibt die Anforderung an ein aufsichtsrechtlich überwachtes Kreditinstitut eine Mindesteigenkapitaldeckung aufrechtzuerhalten, die in einem adäquaten Verhältnis zum Kredit-Risikoprofil der Vermögenswerte (Risikoaktiva) steht. Ein Kreditinstitut kann über die Verbriefung von Risikoaktiva eventuell eine Reduzierung der erforderlichen Eigenkapitalhinterlegung erreichen, da meist das Kreditrisiko oder zumindest ein wesentlicher Teil dessen über die ABS Transaktion an den Kapitalmarkt transferiert bzw. Sicherungsgeber übertragen wird.
Capital Adequacy Directive
Die Capital Adequacy Directive (CAD) des Jahres 1993 wurde erlassen, um die Regulierungen für Wertpapierhäuser und –handel in ganz Europa zu vereinheitlichen. Die CAD legte für das Handelsbuch sowohl von Kreditinstituten als auch Wertpapierfirmen identische Kapitalanforderungen fest, um die Unterschiede in Europa zu nivellieren.
Cash Collateral (Reservebetrag)
Cash Collateral ist ein → Sicherungsmechanismus in Form einer Bonitätsverbesserung durch Einzahlung von Barreserven auf ein Reservekonto (→ Cash Collateral Account). Im Fall von Kapitalverlusten aus dem verbrieften Forderungsportfolio können diese Barreserven zur Verlustdeckung herangezogen werden, um die Zahlungsansprüche bestimmter Investoren zu befriedigen. Zur Erreichung eines erstklassigen → Ratings sind regelmäßig weitere Sicherungsmechanismen notwendig.
Cash Collateral Account (CCA) (Reservekonto)
Auf das Reservekonto wird der Reservebetrag (→Cash Collateral) zur Kreditunterstützung bzw. Bonitätsverbesserung eingezahlt. Das Reservekonto wird regelmäßig von einem Dritten (Treuhänder oder Bank) geführt und dem Emittenten via Kreditvereinbarung geliehen.
Cash Collateralized Debt Obligation
→ CDO
Cash Flow
Als Cash Flow wird ein Zahlungsstrom bezeichnet. D.h. es werden liquide Mittel von einer Partei auf eine andere transferiert. Dementsprechend verändert sich der Zahlungsmittelbestand.
Cash Flow Waterfall
Cash Flow Waterfall bezeichnet die Richtlinien bzw. Reihenfolge, nach denen ein Emittent die erworbenen und eingegangenen Zahlungsströme verwenden muss, um Zins- und Tilgungszahlungen nach Begleichung wichtiger Ausgaben (bspw. für Verwalter) an die Inhaber der verschiedenen Tranchen zu leisten.
Cash-Out Refinance Mortgage Loan
Ein Cash-Out Refinance Mortgage Loan ist ein Hypothekendarlehen, das zur Refinanzierung eines bereits bestehenden Hypothekendarlehens verwendet wird. Der Kapitalbetrag des neuen Darlehens übersteigt die notwendige Summe zur Umfinanzierung i.d.R um mehr als ein Prozent. Der Mehrbetrag steht dem Kreditnehmer zur freien Verfügung.
Certified by True Sale International (TSI)
Das Zertifikat "Certified by True Sale International" kann für Transaktionen bei der TSI GmbH beantragt werden. Die genauen Kriterien der Beantragung und Vergabe können der Website der TSI GmbH entnommen werden.
Change of control
"Kontrollwechsel": Recht des Darlehensgebers zur außerordentlichen Kündigung des Darlehens für den Fall, dass mehr als 50% der Anteile oder Stimmrechte am Darlehensnehmer von einer anderen Person gehalten oder ausgeübt werden.
Charitable Trust
→ Trust
Cherry Picking (Gezielte Auswahl bzw. “Rosinenpicken”)
Cherry Picking beschreibt den Prozess einer gezielten Auswahl (keine zufällige Auswahl) basierend auf bestimmten Kriterien. Vielfach wird auch vom Rosinenpicken gesprochen, d.h. nur das Beste wird ausgewählt. Im Rahmen von ABS Transaktionen wird von Kritikern oft hervorgebracht, dass die Auswahl der zu verbriefenden Forderungen eine gezielte Auswahl ist. D.h zur Erreichung eines guten Ratings werden tendenziell nur Forderungen mit niedrigen Ausfallraten verwendet mit der Konsequenz, dass beim Forderungsverkäufer nur Forderungen mit hohem Risiko verbleiben.
Clean-Up Call
Ein Clean-Up Call beschreibt das Recht des Emittenten die noch ausstehenden Anleihen sofort zu tilgen, wenn die Verwaltungskosten für die Aufrechterhaltung der Transaktion unwirtschaftlich sind. Da bei revolvierenden ABS Transaktionen regelmäßig neue Forderungen angekauft werden, ist ein Clean-up Call in diesen Fällen erst nach Beendigung der Revolving Period sinnvoll. Die Zweckgesellschaft verkauft die verbliebenen Forderungen an den Originator oder Servicer und verwendet die hieraus resultierenden Erlöse zur vorzeitigen Tilgung. Üblicherweise kann eine Transaktion aus diesem Grund gekündigt werden, sobald 10% des ursprünglichen Forderungsbestandes unterschritten werden.
Collateral (Besicherung)
Als Collateral werden Vermögenswerte bezeichnet, die sowohl für den Kreditnehmer als auch den Kreditgeber einen verwertbaren Wert besitzen und die vom Kreditnehmer an den Kreditgeber als Sicherheit verpfändet werden. Zu einer Verwertung der Werte seitens des Kreditgebers kommt es nur dann, wenn der Kreditnehmer den geliehenen Betrag teilweise oder vollständig nicht zurückzahlen kann und somit gegen die Kreditvereinbarung verstößt.
Collateralized Bond Obligations (CBO)
CBO sind eine Unterkategorie von → Collateralized Debt Obligations. Als CBO wird ein Wertpapier bezeichnet, das durch einen Pool von Unternehmensanleihen gesichert ist.
Collateralized Debt Obligations (CDO)
Collateralized Debt Obligations (CDO) sind Wertpapiere, die durch einen Pool verschiedener Vermögensgegenstände besichert sind. Die Vermögensgegenstände, die als → Collateral bezeichnet werden, sind meist Forderungen aus Darlehen oder Anleihen. Als Unterkategorie gibt es → Collateralized Bond Obligations (CBO) und → Collateralized Loan Obligations (CLO): bei CBOs sind die Wertpapiere ausschließlich mit Forderungen aus Anleihen besichert und bei CLO ausschließlich mit Forderungen aus Darlehen. In der Praxis wird einerseits zwischen → Cash CDOs und → synthetischen CDOs und andererseits zwischen → balance-sheet CDOs und → arbitrage CDOs differenziert.
Collateralized Loan Obligations (CLO)
CLO sind eine Unterkategorie von → Collateralized Debt Obligations. Als CLO wird ein Wertpapier bezeichnet, das durch einen Pool von Firmenkrediten, i.d.R. von Geschäftsbanken, gesichert ist.
Collateralized Mortgage Obligation (CMO)
Eine Collateralized Mortgage Obligation (CMO) ist eine Unterkategorie von → Mortgage Backed Securities (MBS) und bezeichnet ein Wertpapier, das durch einen Pool von Hypothekendarlehen gesichert ist. Bei einer Transaktion, bei der CMOs begeben werden, beinhaltet i.d.R. mehrere Wertpapierklassen (→ Tranchen) mit unterschiedlichen Fälligkeiten, Kupons und Risikoprofilen. Somit können Investoren die Tranche auswählen, die ihre Anforderungen am besten erfüllen. CMOs werden von verschiedenen Institutionen (z.B. → Fannie Mae, → Freddie Mac oder Investmentbanken) emittiert.
Commercial Mortgage Backed Securities (CMBS)
→ Mortgage Backed Securities (MBS)
Commercial Mortgages
Commercial Mortgages sind gewerbliche Hypothekendarlehen die im Rahmen von → Mortgage Backed Securities (MBS) regelmäßig als Unterlage für die Emission der Wertpapiere verwendet werden.
Commercial Paper (CP) (kurzfristige Schuldtitel/ Inhaberschuldverschreibungen)
Als Commercial Paper werden kurzfristige Schuldscheindarlehen, mit einer Fälligkeit zwischen einem und 360 Tagen, bezeichnet. Typischerweise liegt die Fälligkeit aber zwischen 30-50 Tagen.
Conduit (=Röhre)
Als Conduit oder Multi-Seller Conduit wird eine juristische Person bezeichnet, die Forderungen von mehreren Verkäufern (→ Originatoren) ankauft und den Kaufpreis über die Emission von → Commercial Papers (CP) (CP-Conduit) oder → Medium Term Notes (MTN) refinanziert. Ein Vorteil des Conduits besteht darin, dass Forderungsverkäufer einen indirekten Zugriff auf den Wertpapiermarkt ermöglichen, so dass die Anonymität bezüglich der Verwendung der Forderungen als Sicherung gewahrt bleiben kann. Ferner ist das Volumen einer solchen Multi Seller Transaktion oftmals um ein vielfaches höher, so dass die Originatoren von niedrigeren Finanzierungskosten profitieren können.
Consumer Loans
Consumer Loans sind Konsumentenkredite, die dadurch entstehen, dass ein Unternehmen seine Leistung an den Kunden abgegeben hat, während der Kunde ein Zahlungsziel hat. D.h. der Kunde hat die Ware am Tag 1 erhalten und begleicht die Rechnung erst am Tag 30. Dann hat der Kunde einen sog. Konsumentenkredit. Konsumentenkredite werden im Rahmen von Verbriefungen oft verwendet.
Corporate Securitization
Als Corporate Securitization wird die Verbriefung von Unternehmensforderungen über die Emission von ABS-Anleihen bezeichnet. Hierbei sind die Anleihen durch die Cash Flow generierenden Vermögenswerte und/oder durch den Vermögensbestand gesichert. Durch vertragliche Gestaltungen wird sichergestellt, das bei Insolvenz des Unternehmens die Sicherheiten (Forderungen) zugunsten der Anleiheinhaber aus der Haftungsmasse isoliert werden, so dass die Möglichkeit den Anleiheinhabern weiterhin Cash Flows zukommen zu lassen, gesichert ist. Wenn ausreichende → Credit Enhancements bei der Verbriefung vorhanden sind, dann kann eine Forderungsverbriefung ein höheres → Rating aufweisen, als die Anleihen alleine.
Covenant (Rechtsverbindliches Versprechen, bindende Zusage oder Verpflichtung)
Als Covenant wird eine bindende Zusage/Verpflichtung verstanden vertraglich Vereinbartes zu tun oder zu unterlassen (negative Covenant). Im Rahmen von ABS Transaktion beinhaltet dies regelmäßig, dass Informationen über Schuldner, den Forderungsbestand, Ausfälle etc. unmittelbar an andere Beteiligte wie z.B. Treuhänder weitergegeben werden.
Covered Bonds
Covered Bonds sind festverzinsliche Wertpapiere, die in der Europäischen Union aufgrund von Spezialgesetzen emittiert werden und mit hochwertigen Vermögensgegenständen wie bspw. Hypothekendarlehen besichert sind. Zu den Covered Bonds zählen auch → Pfandbriefe.
Credit Card Receivables
Credit Card Receivables sind Kreditkartenforderungen, die das Finanzinstitut gegenüber dem Kunden (Kreditkartennutzer) besitzt. Da eine Kreditkartenabrechnung i.d.R. lediglich einmal monatlich erfolgt, der Kunde aber die Kreditkarte mehrmals monatlich einsetzen kann, hat der Kreditkartennutzer eine Verbindlichkeit (kurzfristige Kreditaufnahme) geg. dem Kreditkarteninstitut.
Credit Default Swap (CDS)
Einfach ausgedrückt ist ein CDS eine Risikounterbeteiligung ohne Bareinschuss, die bei synthetischen Verbriefungen zum Einsatz kommt. Ein CDS ist ein zweiseitiger Vertrag zur Absicherung von Kreditrisiken, d.h. der Sicherungsverkäufer/-geber gibt dem Sicherungskäufer/-nehmer die Zusage Ausgleichszahlungen i.H. eines etwaig eintretenden Verlustes zu übernehmen, wenn vorher festgelegte Kreditereignisse eintreten. Im Gegenzug zahlt der Sicherungsnehmer dem Sicherungsgeber eine Prämie über die Laufzeit der Absicherung.
Credit Derivatives (Kreditderivate)
Credit Derivatives sind Kapitalmarktinstrumente, die das Kreditrisiko von einer Partei auf eine andere Partei transferieren. Hierzu zählen u.a. → Credit Default Swaps (CDS), → Credit Linked Notes (CLN) und → Total Return Swaps.
Credit Enhancement (Bonitätsverbesserung)
Als Credit Enhancement (Bonitätsverbesserung) wird jedes Instrument und jeder Mechanismus bezeichnet, der die Kreditqualität und das Rating einer Transaktion oder einzelner Tranchen über die Kreditqualität und das Rating der zugrunde liegenden Vermögensgegenstände (Forderungen) erhöht. Diese Credit Enhancements schützen Investoren, die ABS Papiere kaufen, vor im Forderungspool entstandenen und zukünftig entstehenden Verlusten. Die Bonitätsverbesserungen sind ein zwingendes Element im Rahmen von ABS Transaktionen, wenn die Forderungen allein nicht ausreichen, um der Emission zu einem erstklassigen Rating zu verhelfen. Man unterscheidet zw. Bonitätsverbesserungen initiiert durch den Originator, aufbauend auf der Transaktionsstruktur und durch externe Dritte.

Zu den einzelnen Instrumenten siehe → Sicherungsmechanismen.
Credit Enhancer
Ein Credit Enhancer ist eine Partei, die ein → Credit Enhancement gibt; eine Partei, die sich vertraglich verpflichtet, die Kreditqualität einer anderen Partei oder eines Forderungspools zu verbessern indem sie bis zu einem vorher determinierten Betrag Zahlungen leistet, wenn die andere Partei ihre Zahlungsverpflichtungen nicht rechtzeitig bzw. gar nicht leistet oder die Zahlungsströme aus dem Forderungspool aufgrund von Zahlungsrückständen der Schuldner die vertraglich vereinbarten unterschreiten.
Credit Linked Note (CLN)
Einfach ausgedrückt ist ein CLN eine Risikounterbeteiligung mit Bareinschuss, die bei synthetischen Verbriefungen zum Einsatz kommt. Eine CLN ist eine Anleihe, deren Zahlung vom Eintritt eines Kreditereignisses eines Unternehmens oder Forderungspools abhängt. So kann die Zahlung einer CLN bspw. davon abhängen, dass die Höhe der Verluste innerhalb eines Pools von Hypothekendarlehen einen vorgegebenen Prozentsatz des ursprünglichen Kapitalbetrags übersteigt. Da CLN bei synthetischen Verbriefungen Anwendung finden, d.h. die Forderungen in der Bilanz des Originators verbleiben, kann der Originator CLN als eine Art Versicherung gegen Verluste aus dem synthetizierten Forderungspool herausgeben.
Credit Risk (Kreditrisiko)
Das Credit Risk beschreibt das Risiko, dass eine kreditgebende Partei vom Kreditnehmer/Schuldner den Betrag nicht, nur einen geringeren Betrag oder über einen längeren Zeitraum als ursprünglich vereinbart, zurück gezahlt bekommt.
Cross default
"Drittverzugsklausel": Kündigungsmöglichkeit des Darlehensgebers für den Fall, dass der Darlehensnehmer eine seiner anderen Verbindlichkeiten aus Finanzierungsverträgen nicht erfüllt, in Verzug ist oder diese vorzeitig fällig gestellt wurde.
Current Delinquency Status
Der Current Delinquency Status beschreibt den jeweils aktuellen Verzugsstatus ("Überfälligkeit") eines Darlehens zum aktuellen Stichtag.
Datentreuhänder
Der Datentreuhänder wird benötigt, damit beim Verkauf der Forderungen nicht die persönlichen Daten der Schuldner weitergegeben werden und dadurch das Bankgeheimnis gebrochen würde. Der Datentreuhänder erhält die Daten und kann sie nur im Bedarfsfall (bspw. Insolvenz eines Schuldners) an Dritte weitergeben.
Debenture (Schuldverschreibung)
Eine Debenture ist ein Schuldschein, der die Konditionen festlegt nach denen die eine Partei einer zweiten Partei Gelder leiht und die zweite Partei der ersten Partei den geliehenen Kapitalbetrag mit oder ohne Zinsen zurückzahlen muss. I.d.R. handelt es sich bei einer Schuldverschreibung eher um ein langfristiges Schuldverhältnis.
Default (Verzug)
Ein Default ist das Versäumnis einer Vertragspartei ihren vertraglich festgelegten Pflichten nachzukommen. Streng gesehen handelt es sich um einen Vertragsbruch, der gemäß den vertraglich vereinbarten Konditionen sanktioniert werden kann.
Default Discount
→ Delkredereabschlag
Defaulted Receivables (Uneinbringliche Forderungen)
Defaulted Receivables sind uneinbringliche Forderungen, d.h. der Schuldner kommt seinen Zahlungsverpflichtungen aus irgendwelchen Gründen momentan und in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nach.
Defeasance
Als Defeasence wird die Bildung von Bargeldrücklagen oder eines Portfolios mit erstklassigen Forderungen bezeichnet, die zur Bedienung noch ausstehender Zins- und Tilgungszahlungen eines Schuldverhältnisses verwendet werden.
Delinquency (Säumnis)
Als Delinquency wird das Versäumnis eine fällige Zahlung aus einem Schuldverhältnis bis zu einem bestimmten Stichtag zu leisten bezeichnet.
Delinquent Receivables (Überfällige Forderungen)
Delinquent Receivables sind Forderungen bei denen der jeweilige Schuldner in Zahlungsverzug ist. Wenn der Schuldner nach Mahnungen und Pfändungsandrohung innerhalb einer bestimmten Frist nicht zahlt, dann werden aus den Delinquent Receivables durch Abschreibung → Defaulted Receivables.
Delkredereabschlag
Bei ABS Transaktionen wird zur Abdeckung des Bonitätsrisikos vom Nennwert der veräußerten Forderungen i.d.R. ein Delkrederabschlag vorgenommen. D.h. der → Originator erhält als Kaufpreis nicht den Nominalwert ausgezahlt, sondern nur weniger als 100%.
Deutsches SPV
Ein deutsches SPV ist eine nach deutschem Recht gegründete Zweckgesellschaft mit Sitz in Deutschland. Vgl. → Special Purpose Vehicle (SPV)
Early Amortization Event
Bei ABS Transaktionen, die revolvierend durchgeführt werden (bspw. Transaktionen bei denen Kreditkartenforderungen als Unterlage dienen), kann der Eintritt vertraglich festgelegter Ereignisse eine sofortige Beendigung der Revolving Period nach sich ziehen, so dass es zu einer frühzeitigen Rückzahlung des Kapitalbetrags an die Investoren kommt. Zu solchen Ereignissen gehört z.B. die Insolvenz des Forderungsverkäufers. So ein Ereignis wird dann als Early Amortization Event bezeichnet.
Early Amortization Risk
Bei Forderungsverbriefungen bei denen die Rückzahlung der Anleihen nicht mit dem Zeitpunkt der Rückzahlung der Forderungen übereinstimmt, d.h. es kommt zu einer Umstrukturierung der Zahlungsströme, besteht das Risiko des Eintretens eines Ereignisses (→ Early Amortization Event), das eine frühzeitige Amortisation des verbrieften Forderungspools auslöst. Hierdurch wird die zeitliche Umstrukturierung der Zahlungsströme gestört. Das eingesetzte Kapital wird frühzeitig an die Investoren zurückgezahlt mit dem Ergebnis einer geringeren Gesamtrendite. Andererseits muss das frühzeitig zurückgezahlte Kapital in alternative Investitionen wiederangelegt werden. Die bei Verbriefungstransaktionen getroffenen Vereinbarungen für eine frühzeitige Kapitalrückzahlung nennt man Early Amortization Triggers. Sinn dieser Triggers ist es eine gewisse Portfolioqualität hinsichtlich des Ausfallrisikos aufrecht zu erhalten. Wenn eine Mindestqualität nicht mehr gewährleistet, dann erhalten Investoren ihr Kapital frühzeitig zurück.
Economic Capital
Economic Capital ist das Kapital, das zur Abdeckung der unerwarteten Verluste aus der Geschäftstätigkeit benötigt und im Rahmen der internen Kapitalallokation verwendet wird. Die Bezeichnung wird verwendet, um eine Abgrenzung zu → Regulatory Capital zu erreichen. Regulatorisches Kapital wird bspw. von der Bankenaufsicht gesetzlich den Banken als Mindestnorm für die Eigenkapitalausstattung vorgegeben.
Emittent
Der Emittent (engl. Issuer) ist die Partei, die Schuldner bzw. Herausgeber von Wertpapieren ist. Bei Verbriefungstransaktion ist der Emittent üblicherweise als vom → Originator unabhängig gegründete Zweckgesellschaft (→ SPV) organisiert, die eine günstige Rechtslage bietet um die Anforderungen eines bankruptcy-remote (→ insolvenzfest) Status zu erfüllen. Ferner finden zum Schutz der Investoren zahlreiche → Sicherungsmechanismen Anwendung.
Equitable Transfer (Übertragung des wirtschaftlichen Eigentums)
Equitable Transfer bezeichnet den Prozess, bei dem lediglich das wirtschaftliche Eigentum, aber nicht das juristische Eigentum an einem Vermögenswert übertragen wird. Ein Equitable Transfer ist häufig bei Verbriefungen in Europa vorzufinden, da dieser erheblich geringere Kosten verursacht als der juristische Eigentumsübergang.
European Securitisation Forum (ESF)
Das ESF ist eine private Organisation, deren Ziel es ist, ein effizientes Wachstum und eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Verbriefungen in Europa zu fördern und die Ansichten seiner Mitglieder zu verbreitern und ihre Bedürfnissen gerecht zu werden. Das ESF versucht in steuerlicher, bilanzieller, finanzieller, rechtlicher und regulatorischer Hinsicht bei seinen Mitgliedern ein Problembewusstsein zu schaffen, zur Konsensbildung beizutragen und Problemlösungen zu erarbeiten. Ferner versucht das ESF zur Marktstandardisierung beizutragen.
Europäische Zentralbank (EZB)
Die EZB ist die Zentralbank für die gemeinsame europäische Währung, den Euro. Die Hauptaufgabe der EZB mit Sitz in Frankfurt ist es, die Kaufkraft des Euro und somit Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten. Das Euro-Währungsgebiet setzt sich aus den zwölf Ländern der Europäischen Union zusammen, die den Euro seit 1999 eingeführt haben.
Event Risiko
Als Event Risiko wird das Risiko bezeichnet, dass sich die Fähigkeit eines Emittenten Schuldendienstzahlungen zu leisten wegen dramatischen unerwarteten Ereignissen im Marktumfeld verschlechtert. Solche Ereignisse können bspw. Naturkatastrophen, Insolvenz, Unternehmensübernahmen und Umstrukturierungen oder wesentliche Gesetzesänderungen darstellen. Ereignisse dieser Art können mit herkömmlichen Methoden und Instrumenten der Kreditanalyse nicht erfasst werden.
Excess Spread
Die Differenz zwischen dem Ertrag, der aus einem verbrieften Forderungspool erzielt wird und den Finanzierungskosten, einschließlich sonstigen Kosten wie z.B. Servicing Fees. Der Excess Spread kann als zusätzliche Kreditsicherheit für ABS genutzt werden.
Expected Loss (erwarteter Verlust)
Als Expected Loss bzw. Normalrisko werden erwartete Verluste bezeichnet, die auf Basis historischer Erfahrungen bestimmt werden. In der Praxis wird das Normalrisiko häufig vom Originator in Form einer Primärsicherung (Erstverlustposition/First Loss) übernommen, da er dieses Risiko aufgrund seiner Erfahrung im Debitorenmanagement am effizientesten handhaben kann.
Expected Maturity (erwartete Fälligkeit)
Die Expected Maturity ist der Stichtag an dem die verbrieften Forderungen erwartungsgemäß in voller Höhe zurückgezahlt werden und die Investoren ihr eingesetztes Kapital spätestens zurückerhalten.
Extension Risk (Verlängerungsrisiko)
Das Extension Risk beschreibt die Gefahr einer Verlängerung der durchschnittlichen gewichteten Laufzeit eines Wertpapiers, wenn die zugrunde liegende Sicherheitsleistung langsamer als erwartet zurückbezahlt wird.
External Credit Enhancement (Bonitätsverbesserung durch einen Dritten)
External Credit Enhancements sind Methoden und Instrumente zur Bonitätsverbesserungen durch einen Dritten mit sehr gutem Rating, der hierfür eine Prämie erhält. Typische Instrumente sind Financial Guarantees, Letters of Credit und Bond Insurances. Das erforderliche Mindestrating des Sicherungsgebers ist mit dem angestrebten Rating der Verbriefungstransaktion identisch.
EZB, EZB-Fähigkeit
→ Europäische Zentralbank
Factoring
Unter Factoring versteht man den Verkauf bzw. die Zession von Vermögensgegenständen an ein Factoring-Unternehmen, den sog. Factor. Insbesondere bei der Bilanzierungsfrage von ABS Transaktionen wird auf eine analoge Behandlung zum Factoring verwiesen. Die Unterschiede zw. Factoring und ABS Transaktionen sind:

  • Factoring-Gesellschaften finanzieren den Forderungskauf auf traditionelle Weise über Kredite und Eigenkapital.
  • Die Verwaltung der Forderungen geht auf den Factor über.
  • I.d.R. offene Abtretung, d.h. der Factor tritt als Gläubiger auf.
  • Forderungsverkäufer sind meist kleinere bis mittlere Unternehmen, die die Kosten der Debitorenbuchhaltung senken möchten, kurz- bis mittelfristig erhöhten Liquiditätsbedarf haben oder deren Barmittel bzw. Kreditlinien ausgeschöpft sind.
  • Finanzierungskosten beim Factoring i.d.R. über denen eines Bankkredits.
  • Objekt der Finanzierung sind ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Fannie Mae
Im Sprachgebrauch verwendete Bezeichnung für die → Federal National Mortgage Assoc.
Fast Pay Structure (Schnelle Tilgung)
Unter einer Fast Pay Structure versteht man eine Transaktionsstruktur, die darauf ausgerichtet ist eine zügige Rückzahlung des Kapitalbetrages gemäß eines beschleunigten Tilgungsplans sicherzustellen.
Federal Home Loan Mortgage Corp. (FHLMC oder “Freddie Mac”)
Freddie Mac wurde 1970 vom US Kongress ins Leben gerufen und 1989 - wie Fannie Mae auch - als privatrechltiche Gesellschaft neu organisiert. Freddie Mac ist ein direkter Wettbewerber von Fannie Mae und seine Kreditkaufrichtlinien weisen viele Parallelen mit denen von Fannie Mae auf. Allerdings betreibt Freddie Mac zwei unterschiedliche Kreditkaufprogramme: Garantien in Verbindung mit dem Goldprogramm beziehen sich auf die termingerechte Zahlung von Zinsen und Kapital. Garantien zur Sicherung von Standard Certificates beziehen sich auf die termingerechte Zahlung von Zinsen und der (Schluss-)Tilgung. Obwohl Freddie Mac Garantien keine direkte Unterstützung der US Regierung erhalten, so besitzen diese dennoch einen starken impliziten Rückhalt der US Regierung, so dass die Bonität von Freddie Mac Zertifikaten ebenso wie die von Fannie Mae Zertifikaten ein mit AAA vergleichbares Rating erhalten.
Federal National Mortgage Assoc. (FNMA oder “Fannie Mae”)
Fannie Mae wurde 1968 gegründet und ist eine quasi-staatliche Organisation. Sie ist eine privatrechtliche Gesellschaft mit Notierung an der NYSE, unterliegt aber der Aufsicht des US Ministers für Wohnungswesen und Städtebau und des US Finanzministers. Fannie Mae kauft Wohnungsbaudarlehen, die bestimmten Richtlinien entsprechen an. Die Zertifikate von Fannie Mae besitzen eine Garantie hinsichtlich einer termingerechten Zahlung von Zinsen und Kapitalbetrag, obwohl es nur eine implizite Garantie seitens der US Regierung gibt. Dennoch erhalten die Zertifikate ein mit einem AAA Rating vergleichbares Rating.
Financial Covenants
"Finanzielle Zusicherungen": Verpflichtung des Darlehensnehmers zur Einhaltung einer bestimmten Kapitalstruktur bzw. bestimmter Finanzkennzahlen (financial ratios, debt ratios). Diese vertraglichen Regelungen sollen sicherstellen, dass das Vermögen des Darlehensnehmers dem Darlehensgeber im Wesentlichen erhalten bleibt. Der Verstoß des Darlehensnehmers gegen financial covenants löst in der Regel ein außerordenltiches Kündigungsrecht des Darlehensgebers aus.
First Loss Piece (unterste Tranche)
Im Rahmen einer ABS Emission werden unterschiedliche Tranchen gebildet. Die Tranche mit dem höchsten Risiko (schlechtesten Rating) wird als First Loss Tranche bezeichnet, da auftretende Verluste zuerst von dieser Tranche getragen werden bis ihr Kapitalbetrag verbraucht ist. Diese Tranche ist allen anderen Tranchen nachrangig, sie steht im Wasserfall ganz unten.
Floating-Rate Notes (Gleitzinsanleihen)
Floating-Rate Notes sind eine Klasse von variabel verzinslichen Wertpapieren, die z.B. eine Marge oberhalb eines Referenzzinssatzes (i.d.R. London Interbank Offered Rate (LIBOR)) aufweisen.
Fondzertifikatskonzept
→ Pass Through
Forderungsschuldner
Der Forderungsschuldner ist bspw. Kreditnehmer einer Bank oder Kunde eines Unternehmens der auf Ziel bezahlt, d.h. er begleicht den Betrag nicht direkt in bar, sondern hat eine Verbindlichkeit gegenüber dem Leistenden. Bei der Forderung gegen ihn kann es sich um eine Immobilienfinanzierung, einen Konsumenten-/Kundenkredit oder eine gewerbliche Finanzierung handeln.
Foreclose (zwangsvollstrecken)
Als Foreclose wir das juristische Vorgehen gegen einen Eigentümer einer Immobilie verstanden, wenn die Immobilie als Sicherheit für ein Darlehen verpfändet wurde und der Darlehensnehmer seinen vertraglichen Darlehensverpflichtungen nicht nachkommt. Bei der Zwangsvollstreckung macht der Kreditgeber sein Recht auf Immobilienverkauf geltend, um aus dem Verkaufserlös alle Darlehensverpflichtungen des Schuldners zu begleichen.
Foreclosure (Zwangsvollstreckung)
Als Foreclosure wird ein gerichtliches oder außergerichtliches Verfahren verstanden, das von dem Kreditgeber, der ein Grundpfandrecht besitzt, angestrebt wird. Das Verfahren zielt darauf ab, dass der Kreditgeber sein Recht auf Immobilienverkauf geltend machen kann, um aus dem Verkaufserlös alle Darlehensverpflichtungen des Schuldners zu begleichen.
Forum “Standardisierung & Marke”
Siehe dazu die Website der True Sale International GmbH.
Freddie Mac
Im Sprachgebrauch verwendete Bezeichnung für die → Federal Home Loan Mortgage Corp.
Gearing (Eigen-/fremdkapitalverhältnis)
Gearing oder Leverage beschreibt das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital und ist ein Maß für den Verschuldungsgrad eines Unternehmens.
Ginnie Mae
Im Sprachgebrauch verwendete Bezeichnung für die → Government National Mortgage Assoc.
Government National Mortgage Assoc. (GNMA oder “Ginnie Mae”)
Ginnie Mae wurde 1968 von der US Regierung gegründet. Ginnie Mae emittiert Wertpapiere, die durch Darlenspools gesichert und durch die Federal Housing Administration versichert oder durch die Veterans Administration garantiert sind. Technisch gesehen werden die Wertpapiere durch die von Ginnie Mae zugelassenen Pfandrechtsgläubiger, die die Hypothekendarlehen der Pools vergeben, emittiert. Die Wertpapiere sind aber durch eine explizite Garantie von Ginnie Mae hinsichtlich fristgerechter Zins- und Tilgungszahlungen gesichert, die wiederum durch das volle Vertrauen und die Kreditwürdigkeit der US Regierung gestützt sind. Konsequenterweise werden Wertpapiere von Ginnie Mae mit AAA geratet.
Grundschuld
Eine Grundschuld ist ein Grundpfandrecht mit dem ein Grundstück zur Sicherung eines Darlehens durch Eintragung im Grundbuch belastet wird. Die Grundschuld hat in der Praxis die → Hypothek aufgrund ihrer rechtlichen Ausgestaltung und der einfacheren Handhabung (bspw. bei Umschuldung, Konditionenanpassung, Abtretung) bei der Baufinanzierung verdrängt.
Hypothek
Auf einem Grundstück eingetragenes Pfandrecht zur Besicherung einer Forderung, meist Baudarlehen. Die Ausgestaltung ist akzessorisch, d.h. sie ist in Entstehung und Fortbestehen von einer zu sichernden Forderung ihres Inhabers abhängig. Heute hat die Grundschuld die Hypothek weitgehend verdrängt, die in ihrer Anwendung weitgehend gleich ausgestaltet ist, jedoch nicht akzessorisch ist, d.h. ohne intensive Verknüfpung mit der Forderung besteht.
Insolvency Robust
→ Insolvenzfest
Insolvenzfest/ -fern
Der Geschäftszweck des SPV wird regelmäßig ausschließlich auf Tätigkeiten im Zsh. mit der ABS Transaktion beschränkt, so dass keine weiteren Geschäftsrisiken für das SPV bestehen. Ferner wird das SPV als eigene, vom Originator unabhängige Gesellschaft gegründet, so dass bei Insolvenz des Originators die Vermögensgegenstände des SPV nicht zur Insolvenzmasse zählen. Durch diese Maßnahmen wird eine Insolvenz des SPV weitgehend ausgeschlossen, man spricht von einem insolvenzfesten oder konkursfesten SPV.
Interest Risk (Zinsrisiko)
Interest Risk beschreibt das Risiko, dass sich der Wert eines Wertpapiers wegen Zinsänderungen ändert. Für eine Einlagen annehmende Institution besteht das Risiko darin, dass die Zinseinnahmen aus Anlagen zu Niedrigzinszeiten nicht ausreichen, um Verbindlichkeiten aus Hochzinsphasen zu bedienen.
Interest Swap (Zinsswap)
Ein Interest Swap ist eine verbindliche Vereinbarung zwischen zwei Parteien regelmäßig Zinszahlungen unter Zugrundelegung eines festgelegten Kapitalbetrages (notional amount) an die jeweils andere Partei zu leisten. I.d.R. zahlt die eine Partei einen fixen Zinssatz während der andere einen variablen Zinssatz (z.B. LIBOR + 1%) zahlt.
Internal Credit Enhancement (interne Bonitätsverbesserung)
Als Internal Credit Enhancements werden interne Bonitätsverbesserungen, d.h. innerhalb der Transaktionsstruktur, verstanden. Ziel ist es die Kreditqualität im Rahmen der Verbriefungsstruktur zu verbessern um somit ein erstklassiges Rating der Anleihen zu ermöglichen. Zu den einzelnen Instrumenten der internen Bonitätsverbesserung siehe → Sicherungsmechanismen.
International Accounting Standards (IAS)
International Accounting Standards sind von einer privatrechtlich organisierten Vereinigung (International Accounting Standards Committee, IASC) mit Sitz in London erlassene Rechnungslegungsstandards. Ziel ist es weltweit einheitliche Rechnungslegungsstandards einzuführen, um Investorenbedürfnisse besser zu befriedigen und mehr Transparenz bei Unternehmesinformationen zu erreichen.
Investment Grade
Als Investment Grade werden Wertpapiere mit gutem und sehr gutem Rating (BBB und besser) bezeichnet. ABS Papiere erreichen durch unzählige → Sicherungsmechanismen und → Bonitätsverbesserungen i.d.R. ein Investment Grade. Ein Investment Grade Rating ist insbesondere wichtig, da institutionelle Investoren oftmals die Vorgabe erhalten nur in Papiere mit Investmentrating zu investieren.
Investoren
Investoren kaufen über Wertpapiere das Kreditportfolio, d.h. sie haben im Rahmen der Vertragsbedingungen Anspruch auf Zins- und Tilgungszahlungen. Als Sicherheit dienen den Investoren die Zahlungsansprüche aus dem Kreditportfolio mit allen zugrunde liegenden Sicherheiten (daher die Bezeichnung „Asset Backed Securities“ ABS). Den Investoren stehen als Haftungsmasse lediglich die aus den zugrunde liegenden Vermögenswerten (überwiegend Forderungen) resultierenden Cash Flows zur Verfügung. Die Investoren haben keinen eigenen direkten Zugriff auf die Forderungen.

Vorteile für Investoren:

  • direkte Investments in bislang nicht verfügbare Assets wie deutschen Mittelstand oder spanischen Wohnungsbau werden möglich
  • breiteres Anlageportfolio ermöglicht bessere Risikodiversifikation und Abbau des →unexpected loss
  • ABS weisen oft bessere Renditen auf als vergleichbare Staatsanleihen
  • Optimierung Chance-Risiko-Verhältnis beim Investor
Investorenreporting
Investorenreporting ist die Bezeichnung für die gebündelten Informationen, die eine Emissionsgesellschaft Investoren regelmäßig zur Verfügung stellt und woraus Investoren alle notwendigen Informationen über die Emission erhalten.
IRB Banken
Eine IRB Bank (Internal Rating Based Approach) ist eine Bank, die bei Anwendung von Basel II ihre Kreditrisiken selbst einschätzt. Hierzu werden verschiedene Risikoparameter (wie Ausfallwahrscheinlichkeit, Verlustquote bei Ausfall, Exposure bei Ausfall, Restlaufzeit) bestimmt woraus dann die risikobasierte Eigenmittelanforderung berechnet wird. Diese muss allerdings von der Aufsichtsbehörde validiert und genehmigt werden.
Issue Credit Rating
Das Issue Credit Rating ist die Analyse über die Kreditwürdigkeit einer bestimmten Anleihe, Anleiheklasse oder eines bestimmten Finanzprogramms (einschl. MTNs und CPs). Ein Issue Credit Rating berücksichtigt auch die Kreditwürdigkeit von Garantiegebern, Versicherern und anderen → Credit Enhancern sowie die Währung.
Issuer
→ Emittent/-in
Issuer Credit Rating (ICR) (Emittentenrating)
Ein ICR ist das Ergebnis einer umfassenden Analyse einer Ratingagentur über die Gesamtleistungsfähigkeit eines Obligationsschuldners in Bezug auf seine finanziellen Verpflichtungen. Im Prinzip ist es eine Meinung über die Kreditwürdigkeit eines Schuldners. Bei einem ICR liegt der Fokus auf der allgemeinen Fähigkeit und Bereitschaft fälligen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. D.h. spezielle Verpflichtungen sind nicht Gegenstand der Analyse. Ein ICR berücksichtigt im Gegensatz zu dem Issue Credit Rating nicht die Kreditwürdigkeit von Garantiegebern, Versicherern und anderen Sicherungsgebern, die bei speziellen Verpflichtungen zur Verfügung stehen.
Junior Tranche
→ Tranche
Kapitaladäquanzrichtlinie
→ Capital Adequacy Directive (CAD)
Kaufpreis
Als Kaufpreis gilt der vereinbarte Preis, den das SPV dem Originator für die Vermögensgegenstände bezahlt. Dieser Betrag entspricht nicht dem Nominalwert der Vermögensgegenstände, sondern wird durch Kaufpreisabschläge gemindert und durch Vergütungen, die der Originator für das Debitorenmanagement erhält, erhöht.
Kaufpreisabschlag
Summe aus fixem und variablem Gesamtabschlag. Sowohl der fixe als auch der variable Gesamtabschlag setzen sich aus offenen und verdeckten Abschlägen zusammen.

Zu den offenen Abschlägen gehören:

  • Cash Reserve Account (→ Reservekonto)
  • Overcollateralization (→ Übersicherung)
Zu den verdeckten Abschlägen gehören:

  • Put Option der → SPE
  • Vollständige oder teilweise Übernahme der nachrangigen → Tranchen der → SPE
  • Excess Spread, der bei Nicht-Ausnutzung zurück erstattet wird
  • Nicht marktgerechte Servicing Fees
  • Nicht marktgerechte Zins- und Währungsswaps
  • Ökonomischer Total Return Swap
Kaufpreiszahlung
Die Zahlung des Kaufpreises für das Forderungsportfolio refinanziert das → SPV aus dem Erlös der von ihm emittierten ABS-Wertpapiere.
Kreditderivate
Als Kreditportfolio wird eine Menge von mindestens zwei Krediten verstanden, die gebündelt werden, um dann als Unterlage für Verbriefungen zu dienen. D.h. die Kredite werden an eine Zweckgesellschaft verkauft, dort gebündelt und als Unterlage für von der Zweckgesellschaft emittierte Wertpapiere verwendet.
Lead Manager
Lead Manager ist entweder eine Investmentbank oder ein Wertpapierhändler, der ein Syndikat von Händlerbanken verwaltet und vereinbart die Wertpapiere zu platzieren. I.d.R. wird dem Lead Manager ein größerer Anteil an der Emission zugeteilt mit der Folge, dass der Erfolg der Vermarktung und Platzierung der Wertpapiere für ihn herausragende Bedeutung hat. Dementsprechend übernimmt der Lead Manager die Rolle des Hauptratgebers gegenüber dem Emittenten bzw. dem Verkäufer der zu verbriefenden Forderungen. Bei ABS Transaktionen beinhaltet die Beratung die Verantwortung für die Strukturierung der Wertpapiere sowie die Abstimmung mit anderen Beteiligten wie bspw. Ratingagenturen, Anwälten, Wirtschaftsprüfern und Sicherungsgebern. Ferner ist der Lead Manager eng in die Erstellung des Prospekts involviert und berät den Kunden maßgeblich bei der Frage der Preisgestaltung der Wertpapiere. U.U. haftet der Lead Manager für die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen und Normen.
Leasing Receivables
Leasing Receivables sind Forderungen aus Leasinggeschäften. Unabhängig davon, ob der Leasinggegenstand beim Leasingnehmer oder beim Leasinggeber bilanziert wird, so hat der Leasinggeber über die Laufzeit eine je nach vertraglicher Vereinbarung eine konstante Tilgungsforderung und Zinsforderungen.
Legal Final Maturity (Vertragliche Endfälligkeit)
Die Legal Final Maturity ist die vertragliche Endfälligkeit, d.h. der Stichtag für die endgültige Rückzahlung des ausstehenden Kapitalbetrags.
Letter of Credit (LOC) (Akkreditiv)
Als LOC oder Akkreditiv wir eine vertragliche Vereinbarung zwischen einer Bank und einer anderen Partei verstanden in der sich die Bank verpflichtet der anderen Partei pauschal oder nach Bedarf/auf Abruf Gelder zur Verfügung zu stellen.
Lien (Grundpfandrechtlicher Rang)
Als Lien bezeichnet man einen grundpfandrechtlich gesicherten Rang. Es handelt sich um eine Belastung einer Immobilie, die freiwillig wie bei einer Hypothek oder unfreiwillig wie bei nicht bezahlter Grundsteuer, sein kann und dem Gläubiger als Sicherheit für die ihm geschuldeten Beträge dient.
Line-of-Credit Mortgage Loan
Ein Line-of-Credit Mortage Loan ist ein Hypothekendarlehen, das mit einem revolvierenden Kreditrahmen verbunden ist, den der Darlehensnehmer jederzeit während der Laufzeit in Anspruch nehmen kann. I.d.R. ist der Darlehenszins variabel und muss lediglich auf den ausstehenden Restbetrag bezahlt werden während der nicht in Anspruch genommene Kapitalbetragsrahmen jährlich zunimmt.
Liquidity Facility (Liquiditätslinie)
Als Liquidity Facility oder zu deutsch Liquiditätslinie wird eine Kreditlinie (wie beispielsweise eine LOC/Akkreditiv) bezeichnet, die zur Verbesserung der Liquidität, aber nicht der Kreditwürdigkeit, von verbrieften Forderungen dient.
Liquidity Provider
Der Liquidity Provider ist der Kreditgeber einer Liquiditätslinie (→ Liquidity Facility), die eine ausreichende Liquidität für die rechtzeitige Zahlung von Zins und Tilgung von Wertpapieren sicherstellt, falls es zu einem temporären Ausfall des Zahlungsstroms aus den zugrunde liegenden Forderungen kommen sollte.
Liquiditätsrisiko
Als Liquiditätsrisiko wird die Gefahr bezeichnet, dass nicht ausreichend Liquidität vorhanden ist. D.h. es gibt weniger Kaufinteressenten für einen Vermögensgegenstand – i.d.R. eine Finanzanlage – als es Verkäufer gibt, die ihre Finanzanlage zum Verkauf anbieten möchten. Auch Zahlungsverzögerungen der Schuldner, die eine termingerechte Bedienung der Zahlungsansprüche seitens der Investoren verhindern, werden unter dem Liquiditätsrisiko subsumiert.
Loan-to-Value (LTV) Ratio (Beleihungsauslauf)
Die LTV Ratio ist der Saldo eines Hypothekendarlehens geteilt entweder durch den Wert der damit finanzierten Immobilie oder durch den vom Kreditnehmer gezahlten Kaufpreis für die Immobilie. Der Beleihungsauslauf misst wie viel Eigenkapital der Kreditnehmer an dem kreditsichernden Vermögen hält. Je höher der Beleihungsauslauf, desto niedriger ist das Eigenkapitalrisiko des Kreditnehmers und desto weniger ist der Kreditgeber durch die entsprechende Sicherheitsleistung geschützt.
Loss Reserve
→ Delkredereabschlag
Low-Rise Condominium (Niedrigbau-Wohnungseigentumsanlage)
Als Low-Rise Condominium wird ein Mehrparteienhaus mit maximal vier Stockwerken bezeichnet bei dem die einzelnen Wohneinheiten im Privatbesitz sind und die Gemeinschaftsflächen im Gemeinschaftseigentum befinden.
Mark to Market
→ Marktbewertung
Market Making/Market Maker
Unter Market Making versteht man Marktteilnehmer, die für die notwendige Liquidität innerhalb eines Marktes sorgen. Market Maker verpflichten sich jederzeit zu bestimmten Preisen Wertpapiere anzukaufen bzw. zu verkaufen. Somit wird das Vertrauen von Investoren in einen Markt und dessen Funktion gestärkt.
Marktbewertung
Einen Vermögensgegenstand auf Basis aktueller Kurswerte, Börsen- oder Marktpreise bewerten.
Master Servicer
Der Master Servicer fungiert im Rahmen eines Wohnungsbaudarlehens als Schuldendienstorganisation, die den Primary Servicer beaufsichtigt. I.d.R. umfasst die Aufsicht folgende Aktivitäten: Überwachung von Geldbewegungen zwischen den Konten des Primary und des Master Servicers, Kontrolle der Erstellung und Abgabe der monatlichen Überweisungs- und Schuldendienstvorschriften des Primary Servicers, Verfolgung von Einziehungsprozessen und Zwangsvollstreckungen sowie der Immobilieneigentum-Aktivitäten (REO Activities), Erstellung von Gesamtberichten über Schuldendienstaktivitäten, Ausschüttung von Geldern an Treuhänder oder direkt an Investoren, Entlassung und Ersetzung des Primary Servicers. Bei Geschäftshypotheken ist der Master Servicer für die Bedienung der Hypothekendarlehen verantwortlich.
Master Trust
Als Master Trust wird eine Zweckgesellschaft bezeichnet, die mehrere Wertpapierserien emittiert, die durch einen einzigen Forderungspool gesichert sind. Der Cash Flow aus den Forderungen wird gemäß einer verher festgelegten Formel auf die einzelnen Wertpapierserien aufgeteilt.
Medium-Term Note (MTN) (Anleihe mit mittelfristiger Laufzeit)
Eine MTN ist ein Unternehmensschuldtitel, der von einem Agenten des Emittenten über einen bestimmten Zeitraum hinweg kontinuierlich angeboten wird. Die Investoren können dann zwischen verschiedenen Fälligkeiten (9-12 Monate, 12-18 Monate, 18-24 Monate etc.) wählen.
Monoline Insurer
Ein Monoline Insurer ist eine Versicherungsgesellschaft, die laut Satzung nur Versicherungen für eine einzige Risikoart anbieten darf. Der Monoline Versicherer übernimmt eine unbedingte Garantie zur Rückzahlung bestimmter Wertpapiere, die in Verbindung mit bestimmten Transaktionsarten (i.d.R. Forderungsverbriefungen und Kommunalobligationen in den USA) emittiert werden und erhält dafür eine Prämie bzw. Gebühr. I.d.R erhalten die versicherten Klassen einer Forderungsverbriefung ein Rating das mit dem der finanziellen Garantie identisch ist. Im Ergebnis werden diese Klassen viel höher geratet als ohne die finanzielle Garantie.
Eine Monoline Absicherung kann aber auch zur Verbesserung der Kreditwürdigkeit bei bestimmten Forderungen, die mittels eines CP-Conduits verbrieft werden, verwendet werden, wenn die Kreditqualität der Forderungen ohne die finanzielle Garantie die Mindestqualitätsanforderungen des CP-Conduits nicht erfüllen.
Mortgage
→ Grundschuld, → Hypothek
Mortgage Backed Securities (MBS) (hypothekarisch/grundpfandrechtlich besicherte Wertpapiere)
MBS sind eine Sonderform der → ABS und umfassen alle Wertpapiere, deren Rückzahlungssicherung aus einem Pool von Hypothekendarlehen besteht. Investoren erhalten Zins- und Tilgungszahlungen aus den zugrunde liegenden Hypothekendarlehen.
Mortgagee
Der Mortgagee ist der Hypothekengläubiger, d.h. der Kreditgeber eines Hypothekendarlehens.
Mortgagor
Der Morgagor ist der Hypothekenschuldner, d.h. der Kreditnehmer eines Hypothekendarlehens.
Multi-Seller Conduit
→ Conduit
Net Receivables
→ Nettoforderungen
Nettoforderungen
Der ausstehende Kapitalbetrag von Forderungen ohne Hinzurechnungen eines etwaigen Anteils der auf diese Forderungen zahlbaren Zinsen.
Nonperforming (notleidend)
Als nonperforming oder notleidend werden Darlehen oder andere Forderungen bezeichnet bei denen der Schuldner mit mindestens drei Terminzahlungen säumig ist.
Notional Amount (fiktiver Nominalbetrag)
Der Notional Amount ist ein fiktiver Nominalbetrag, der zur Errechnung fälliger Zinsen verwendet wird, wenn die Schuld entweder keinen Nominalbetrag hat oder aber einen Nominalbetrag besitzt, der aber zur Zinsberechnung nicht verwendet wird.
Novation
Unter Novation wird die Substitution eines existierenden Schuldverhältnisses durch ein neues rechtsgültiges Schuldverhältnis verstanden.
Obligor (Obligationsschuldner bzw. Forderungsschuldner)
Obligor ist die Partei, die bestimmte Handlungen gemäß den vertraglichen Vereinbarungen vornimmt, die diese mit der Gegenpartei geschlossen hat. Zu den vertraglichen Vereinbarungen zählt insbesondere die Verpflichtung des Obligationsschuldners an die leistenden Parteien den vereinbarten Preis zu entrichten. Im Rahmen von ABS Transaktionen bezeichnet der Begriff des Obligations- bzw. Forderungsschuldners die Partei, die Zahlungen auf die zu verbriefenden Forderungen zu leisten hat. Diese Zahlungen stellen die Cash Flows dar, die zur Rückzahlung an die Investoren verwendet werden.
Off-Balance Sheet
Als Off-Balance Sheet (außerhalb der Bilanz) werden ABS Finanzierungen bezeichnet, die in der Bilanz des Forderungsverkäufers nicht mehr ersichtlich sind. Ein wesentliches Ziel von ABS Finanzierungen ist es, dass die Forderungen aus der Bilanz des Originators ausgebucht werden können, d.h. das zugrunde liegende Geschäft muss als echter Forderungsverkauf (→ True Sale) angesehen werden. Nur dann erfolgt die ABS Finanzierung off-balance sheet und bilanzielle Ziele wie Verbesserung der Eigenkapitalquote, Minderung der Schulden oder Expansion ohne zusätzliche Fremdkapitalaufnahme können erreicht werden.
Offering Circular (Prospekt)
Ein Offering Circular ist ein Verkaufsprospekt, das zur Vermarktung einer neu zu emittierenden Forderungsverbriefung an potentielle Investoren ausgegeben wird. In dem Prospekt wird die Transaktion detailliert dargestellt und die Eigenschaften der zu emittierenden Wertpapierklassen (z.B. Bonitätseinstufung, Basis für Zinszahlungen, Laufzeit, Rangfolge etc.) dargestellt. Im Rahmen von Forderungsverbriefungen erhält das Prospekt auch Informationen über die zugrunde liegenden Forderungen einschl. der Forderungsart und ihrer Kreditqualität. I.d.R wird das Prospekt vom → Lead Manager gemeinsam mit Juristen erstellt.
One-Tier Transaction (einstufige Transaktion)
Eine One-Tier Transaction bezeichnet eine einstufige ABS Transaktion und stellt somit das Gegenteil von → Multi-Seller Conduits dar. Bei einstufigen Transaktionen veräußert oder verpfändet der → Originator die Forderungen direkt an die emittierende Zweckgesellschaft ohne Zwischenschaltung anderer Zweckgesellschaften.
Original Loan-To-Value (LTV) Ratio (ursprünglicher Beleihungsauslauf)
Die Original LTV Ratio ist die ursprüngliche Summe des Hypothekendarlehens geteilt durch den Wert der kreditsichernden Immobilie. Bei Wohnungsbaudarlehen versteht man unter dem Begriff „Wert“ entweder den aktuellen Beleihungswert der Immobilie oder den vom Kreditnehmer gezahlten Kaufpreis wobei der niedrigere Wert Anwendung findet. Bei Geschäftshypotheken ist der „Wert“ i.d.R. der gegenwärtige Beleihungswert der Immobilie.
Origination
Als Origination bezeichnet man den Prozess der Darlehensvergabe.
Originator
Der Originator bzw. Forderungsinhaber initiiert die Verbriefungstransaktion. Er hat die Forderungen ursprünglich erworben, bspw. im Rahmen des Kreditgeschäfts, und verkauft diese ganz oder teilweise in einem Portfolio aus seinem Bestand an eine so genannte → Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle SPV oder Special Purpose Entitiy SPE).
Overcollateralization
Overcollateralization (→ Übersicherung)bezeichnet die wirtschaftliche Übersicherung, d.h. die Vermögenswerte übersteigen die Verbindlichkeiten. Die Übersicherung wird im Rahmen von ABS Transaktionen als Bonitätsverbesserung (→Credit Enhancement) angesehen, um das Risiko der Transaktion zu verringern und ein höheres Rating zu erhalten. Eine Emission erstrangiger Wertpapiere könnte z.B. 25% übersichert sein. D.h. die Vermögenswerte (Forderungspool) betragen nominal 100, während nur für 75 Wertpapiere emittiert werden.
Pass Through
Auch Fondszertifikatskonzept genannt. Beim Pass Through Verfahren erhalten die Investoren keinen schuldrechtlichen Anspruch, sondern einen Anteilsbesitz am Fondvermögen. Zahlungsströme werden i. d. R. unverändert und ohne zeitliche Differenzen an die Anteilseigner weitergeleitet. Nachteilig im Vergleich zum → Pay Through Verfahren wirken sich die geringere Flexibilität sowie das Risiko einer vorzeitigen Tilgung (→ Prepayment Risk) aus.
Pay Through
Auch Anleihekonzept genannt. Beim Pay-through Verfahren refinanziert sich das → SPV durch die Emission von Anleihen oder sonstigen kurzfristigen Schuldtiteln, die einen Zahlungsanspruch gegenüber der SPV verbriefen. Zins- und Tilgungszahlungen werden nicht direkt an die Inhaber der Anleihe weitergeleitet, sondern zeitlich umstrukturiert. Als Vorteil ist die größtmögliche Flexibilität in Bezug auf die Investorenbedürfnisse zu nennen.
Paying Agent (Zahlstelle)
Als Paying Agent (Zahlstelle) wir eine Bank von internationalem Rang und Ansehen bezeichnet, die sich verpflichtet hat, Zahlungen auf Wertpapiere an Investoren zu leisten. I.d.R. erfolgt die Zahlung via Clearingsystem. Während diese Rolle in Europa oftmals von einer mit dem Treuhänder bzw. Administrator verbundenen Institution wahrgenommen wird, wird diese Rolle in den USA hingegen vom Treuhänder selbst übernommen. In Europa sind Clearstream und Euroclear die führenden Clearingsysteme.
Payment History (Zahlungsverhalten)
Als Payment History werden Aufzeichnungen über das vergangene Zahlungsverhalten eines Kreditnehmers bezeichnet. Oftmals fokussieren die Aufzeichnungen auf bestimmte Sachverhalte wie bspw. Schuldnerzahlungen auf Wohnungsbaudarlehen.
Payout Event (Auszahlungsereignis)
Als Payout Event wir ein Auszahlungsereignis bezeichnet, das zur vorzeitigen → Amortisation führt.
Performing
Als Performing (nicht notleidend) werden Darlehen oder andere Forderungen bezeichnet, bei denen der Kreditnehmer alle erforderlichen Zins- und Tilgungszahlungen fristgerecht gemäß den jeweils zugrunde liegenden Bedingungen geleistet hat. Das Gegenteil sind → non performing.
Pfandbriefe
Pfandbriefe sind Schuldtitel, die von deutschen Hypothekenbanken und bestimmten deutschen Finanzinstituten begeben werden. Man unterscheidet zwei Arten von Pfandbriefen:

Einerseits Hypothekenpfandbriefe, die Banken zur Finanzierung ihres Immobilienkreditgeschäfts verwenden und andererseits öffentliche Pfandbriefe, die Banken zur Finanzierung ihres Kreditgeschäfts mit öffentlichen Institutionen verwenden.
Pool Factor
Der Pool Factor ist der Prozentsatz des ursprünglich ausstehenden Gesamtkapitalbetrages eines Forderungspools, der an einem bestimmten Stichtag aussteht.
Pooling and Servicing Agreement
Ein Pooling und Servicing Agreement ist ein Vertrag, der eine bestimmte Gruppe von Finanzanlagen zusammenfasst und die Aufteilung der Zahlungsströme auf die verschiedenen Vertragsparteien regelt.
Premium (Prämie)
Eine Prämie ist ein Betrag, der über den regulären Preis eines Vermögenswertes hinaus gezahlt wird. I.d.R. wird dieser Betrag als Anreiz oder Incentive gezahlt, d.h. die Auszahlung ist an bestimmte vereinbarte Ziele gekoppelt. Prämie ist ein Betrag, der den Nennwert oder Par Value eines Wertpapiers übersteigt.
Prepayment Rate (Geschwindigkeit der vorzeitigen Rückzahlung)
Die Prepayment Rate gibt die Geschwindigkeit einer vorzeitigen Rückzahlung von Hypothekendarlehen oder anderen Forderungen an. Diese wird als Prozentsatz des noch ausstehenden Kapitalbetrages des Pools angegeben. I.d.R. reagieren Prepayment Rates sehr sensibel auf Schwankungen des Zinsniveaus.
Prepayment Risk (Risiko der vorzeitigen Rückzahlung)
Das Prepayment Risk ist das Risiko, dass ein Teil oder der Gesamtbetrag einer Kapitalanlage frühzeitig, d.h. schneller als erwartet zurückgezahlt wird und deshalb die Rendite beeinträchtigt wird. Das Prepayment Risk kann aber auch das Extension Risk umfassen, welches die Rendite beeinträchtigt, wenn die Rückzahlung später oder langsamer erfolgt.
Pricing (Preisbildung)
Als Pricing wird der Prozess der Preisbildung (Bestimmung von Kupon und Preis eines Wertpapiers) vor der Emission bezeichnet. Im Normalfall sollte der Preis eines Finanzinstruments dem heutigen Barwert der zukünftig zu erwartenden Cash Flows entsprechen. Im Rahmen von Forderungsverbriefungen beinhaltet das Pricing auch die Aufstellung erwarteter Cash Flows auf Basis eines Prepayment Szenarios, weil die zeitliche Abfolge der Cash Flows durch die → Prepayment Rate beeinflusst wird.
Primary Market (Primärmarkt)
Als Primärmarkt wird der Markt bezeichnet in dem Vermögenswerte von dem Unternehmen, das diese Vermögenswerte generiert hat, zum Verkauf angeboten werden.
Primary Servicer
Bei Wohnungsbaudarlehen umfassen die Aufgaben und Verantwortung des Primary Servicers folgende Tätigkeiten:

  • Einzug monatlicher Kreditzahlungen der Kreditnehmer
  • Überweisung der Gelder an Darlehensgeber
  • Führung von Treuhandkonten
  • Eintreibung rückständiger Zahlungen
  • Maßnahmen zur Verlustminimierung ergreifen
  • Einleitung von Zwangsversteigerungsmaßnahmen
  • Veräußerung pfandrechtlich gesicherten Vermögens nach Zwangsvollstreckung
  • Berichterstattung über den Status des Darlehens an den Kreditgeber
Profit Stripping
Als Profit Stripping wird der Prozess bezeichnet wodurch der Originator, der seine Forderungen im Rahmen einer Forderungsverbriefung veräußert hat, weiterhin die Wertschöpfung aus diesen Forderungen genießt, in dem er die Gewinne aus dem Verbriefungsvehikel abschöpft. Im Endergebnis bedeutet dies, dass der Originator trotz Verkauf der Forderungen weiterhin den wirtschaftlichen Nutzen an den Forderungen hat.
Protection Buyer (Sicherungsnehmer)
Ein Protection Buyer ist ein Sicherungsnehmer. Bei Verbriefungstransaktionen ist der Sicherungsnehmer die Partei, die gegen Zahlung einer Prämie das Kreditrisiko von Forderungen auf eine andere Partei überträgt.
Protection Seller (Sicherungsgeber)
Ein Protection Seller ist der Sicherungsgeber und stellt die Gegenpartei zum Sicherungsnehmer dar. Im Rahmen von Verbriefungstransaktionen ist der Sicherungsgeber die Partei, die die Prämie erhält und dafür das Kreditrisiko für gewisse Forderungen übernimmt. Der Sicherungsgeber leistet an den Sicherungsnehmer Ausgleichszahlungen, wenn die Forderungsausfälle einen bestimmten Betrag übersteigen.
Rated Securities (geratete Wertpapiere)
Rated Securities sind Wertpapiere, die von → Ratingagenturen hinsichtlich ihrer Bonität bewertet (geratet) wurden.
Rating
Als Rating wird sowohl der Prozess als auch das Ergebnis einer umfassenden Analyse von → Ratingagenturen über Risiko, Absicherungen, Struktur, Bonität etc. bezeichnet.
Rating Agencies (Ratingagenturen)
Die Ratingagenturen analysieren im wesentlichen die Qualität der Forderungen sowie die „Transaktionsstruktur“ und vergeben ein →Rating für alle zur Refinanzierung begebenen Wertpapiere, wobei die Wertpapiere in unterschiedlichen →Tranchen vergeben werden. Um die Sicherheit für die Investoren zu erhöhen, werden häufig mindestens zwei Ratingagenturen eingeschaltet, die bereits umfangreiche Ratingerfahrungen haben und international anerkannt sind. Sie erhalten für ihre Analyse alle Verträge, detaillierte Daten zu dem zu verkaufenden Forderungsbestand und bewerten die Transaktionsstruktur hinsichtlich der zeit- und betragsgerechten Vertragserfüllung zugunsten der Investoren. In das Rating fließt auch eine Bewertung der Qualität des Servicings und Underwritings ein, die sich aufgrund einer Due Dilligence des Originators bzw. Servicers ergibt. Nach Vergabe der Note (Rating) überwachen die Ratingagenturen die Emission und das zugrunde liegende Kreditportfolio.
Receivables (Forderungen)
Receivables (Forderungen) ist ein allgemeiner Begriff für einen Vermögensgegenstand (Kapitalbetrag zuzüglich eventueller Zinsen), der vom Schuldner bzw. Leistungsempfänger an den Inhaber des Vermögensgegenstandes (Leistenden) gezahlt werden muss. Es gibt verschieden Kategorien von Forderungen wie z.B. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen geg. verbundenen Unternehmen, Kreditkartenforderungen, Darlehensforderungen etc. Das Gegenstück zu Forderungen stellen Verbindlichkeiten dar. Des einen Forderung ist die Verbindlichkeit der anderen Partei.
Referenzaktivum
Als Referenzaktivum wird die Aktivposition bezeichnet, die als Referenz bei einer Transaktion dient. Im Rahmen von synthetischen Verbriefungstransaktionen wird lediglich das Kreditrisiko mittels Credit Default Swap (CDS) veräußert. Das Referenzaktivum ist in diesem Fall der als Sicherheit dienende Vermögensgegenstand (i.d.R. Forderungsportfolio). Bei einem CDS leistet der Sicherungsgeber bei Eintritt eines vorab spezifizierten Kreditereignisses bei einem Referenzaktivum oder -portfolio dem Sicherungsnehmer eine Ausgleichszahlung. Die Zweckgesellschaft erhält als Sicherungsgeber für die Übernahme des Kreditrisikos eine Prämie. Außerdem erwirbt sie aus dem Erlös der begebenen Schuldverschreibungen oder Schuldscheindarlehen verzinsliche Wertpapiere (Collateral Pool). Die Gläubiger der Asset-Backed-Securities tragen somit das Ausfallrisiko des Collateral Pools und des durch das Kreditderivat synthetisch verbundenen Referenzaktivums (synthetische Asset-Backed-Securities).
Refinanzierung
Als Refinanzierung bezeichnet im Allgemeinen die Aufnahme fremder Mittel durch den Kreditgeber, um damit selbst Kredite zu gewähren. Bekannteste Refinanzierung ist die Refinanzierung von Geschäftsbanken bei der Zentralbank. Heutzutage erfolgt eine Refinanzierung auch über globale Finanzmärkte. Im Rahmen von Verbriefungstransaktion ist insbesondere die Refinanzierung der Zweckgesellschaft von Interesse: die Zweckgesellschaft zahlt dem Originator den Kaufpreis der Forderungen in dem diese Wertpapiere emittiert und mit den Erlösen aus den Forderungen und den Papieren den Kaufpreis und die Rückzahlung an die Investoren finanziert.
Refinanzierung der SPV
Das → SPV kann sich entweder über die Ausgabe von Schuldtiteln (→ Anleihekonzept) oder von Wertpapieren (→ Fondszertifikatskonzept) refinanzieren.
Regulatory Capital
Als Regulatory Capital wird das Kapital bezeichnet, das einer Regulierung unterliegt. Die Regulierung betrifft den Basler Akkord vom Jahre 1988. Regulatorisches Kapital muss von den Banken nach bestimmten Maßgaben in bestimmter Höhe gehalten werden: 0% für G-10 Bundesanleihen; 1,6% für G-10 Bankanleihen; 8% für anderes Fremdkapital. Somit wurden Investments in G-10 Bundesanleihen gefördert mit der Konsequenz, dass Kredite nicht in gleichem Maße für Jedermann erhältlich waren.
Reinvestment Risk (Wiederanlagerisiko)
Als Reinvestment Risik bezeichnet man das Wiederanlagerisiko, d.h. das Risiko, dass die Rendite einer Investition niedriger ausfällt, wenn der Zinssatz zu dem der Kapitalbetrag angelegt wird, gesunken ist.
Representations and Warranties (Zusicherungen und Gewährleistungen)
Als Representations and Warranties werden vertragliche Regelungen bezeichnet, in denen eine oder mehrere Vertragsparteien bestimmte Sachverhalte bestätigen. Ferner werden Regelungen vereinbart, die in Kraft treten, wenn diese Zusicherungen unwahr sind. Zu den Regelungen zählen Maßnahmen die Sachverhalte im Nachhinein richtig zu stellen oder die andere Partei zu entschädigen. Im Rahmen von Forderungsverbriefungen beziehen sich Zusicherungen und Gewährleistungen i.d.R. auf die Beschaffenheit und Qualität der Forderungen im Zeitpunkt der Übertragung vom → Originator auf die → SPV oder einen zwischengeschalteten Verkäufer. Regelmäßig werden auch Rechtsmittel genannt, die Anwendung finden wenn die Zusicherungen einer Vertragspartei unzutreffend gewesen sind.
Reserve Account (Rücklagenkonto)
Ein Reserve Account ist ein Rücklagenkonto, d.h. ein der Zweckgesellschaft zu einem oder mehreren Zwecken zur Verfügung stehendes Konto. Ein Rücklagenkonto wird als Teil der →Credit Enhancements angesehen und oftmals auch Spread Account bezeichnet. I.d.R. wird ein Reserve Account zu Beginn einer Verbriefungstransaktion finanziert, d.h. mit einem bestimmten Mindestbetrag ausgestattet. Allerdings werden viele Konten darauf ausgelegt über die Laufzeit hinweg mit Geldern erhöht zu werden, die nach Zahlungen an Investoren noch zur Verfügung stehen.
Residental Mortgages
Residential Mortgages sind Wohnungsbaudarlehen und werden als Unterlage für die Emission von → Mortgage Backed Securities verwendet.
Residential Mortgage Backed Securities (RMBS) (durch Wohnungsbaudarlehen hypothekarisch gesicherte Wertpapiere)
RMBS sind die fundamentalste Form der Forderungsverbriefung. Bei diesen Wertpapieren handelt es sich um Anleihen, die durch einen homogenen Pool von Hypothekendarlehen besichert sind.
Resolution Trust Corp. (RTC)
Eine RTC ist eine von der US Regierung gegründete Körperschaft, um die Vermögenswerte von US Bausparkassen (thrift savings and loan institutions), die in den späten 80er Jahren Konkurs erlitten, zu liquidieren.
Reverse Mortgage Loan
Ein Reverse Mortgage Loan ist ein Hypothekendarlehen bei dem die Haftung des Schuldners auf das Grundpfandrecht beschränkt ist und das keiner Tilgung bedarf, sofern der Kreditnehmer die zugrunde liegende Immobilie als Hauptwohnsitz bewohnt.
Revolving Period
Die Revolving Period ist der Zeitraum in dem neu aufgelegte Darlehen oder andere Forderungen dem Forderungspool einer revolvierenden Transaktion hinzugefügt werden können. D.h. die Periode in der die Zweckgesellschaft Forderungen laufend ankauft.
Revolving Structure (Mehrmaliger/revolvierender Ankauf)
→ Multi Seller, → Conduit
Risk-Asset-Ratio (Risiko-Vermögen-Verhältnis)
Die Risk-Asset-Ratio gibt das gemäß den Kapitaladäquanzrichtlinien der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BiZ) erforderliche Verhältnis von minimaler Kapitalsumme pro Einheit des Vermögens für ein reguliertes Kreditinstitut an. Dieses Verhältnis variiert je nach angenommenem Risiko des Vermögenswertes. Geschäftshypotheken besitzen z.B. das Verhältnis von 1,0 (d.h. die von der BIZ geforderte Mindestsumme ist in vollem Umfang notwendig) wohingegen Wohnungsbaudarlehen ein geringeres Risiko besitzen und deshalb ein Verhältnis von 0,5 haben (d.h. es müssen nur 50% des Mindestkapitals bereit stehen).
Risk-Weighting Bucket
Als Risk-Weighting Bucket werden Vermögenswerte einer ähnlichen oder derselben Risikoklasse (Risikoaktiva nach §10 KWG) bezeichnet, die aufsichtsrechtlich dergleichen Risikogewichtungsklasse zugeordnet sind. Entsprechend sind für Vermögenswerte einer Risikogewichtungsklasse die selbe Menge regulatorischen Eigenkapitals notwendig.
Rule 144A
Als Rule 144A wird eine Regelung der → SEC verstanden, die bei Emissionen ohne Börsennotierung eine Freistellung von den SEC Anmeldungsvoraussetzungen gemäß des US Securities Act von 1933 vorsieht. Die Rule 144A ermöglicht es, dass qualifizierte institutionelle Investoren mit privatplatzierten Wertpapieren handeln dürfen ohne Haltefristen einzuhalten mit dem Ergebnis, dass die Liquidität solcher Papiere erheblich gesteigert wird.
Scheduled Interest (Planmäßige Zinsen)
Die am Ende des aktuellen Zeitraums erwarteten, d.h. planmäßig zu zahlenden Zinsen.
Scheduled Principal
Der am Ende des aktuelle Zeitraums erwartete, d.h. planmäßig zu tilgende Tilgungsbetrag.
Schuldschein oder Schuldscheindarlehen
Als Schuldschein oder Schuldscheindarlehen werden Darlehen bezeichnet, die durch Schuldscheine verbrieft sind. Es handelt sich hierbei um anleiheähnliche eher langfristig ausgelegte Großkredite, die von öffentlichen Stellen (bspw. Bund, Länder, Gemeinden) oder Unternehmen erstklassiger Bonität bei Kapitalsammelstellen (i.d.R. keine Banken) aufgenommen werden.
Seasoning
Seasoning ist ein Begriff für das Alter einer zu verbriefenden Forderung. Die Altersangabe beschreibt den Zeitraum zwischen Kreditvergabe (Entstehung der Forderung) und dem Zeitpunkt der Verbriefung des jeweiligen Vermögensgegenstandes. Somit ist das Seasoning eine nützliche Information darüber wie lange eine Forderung bereits aussteht.
Second-Lien Mortgage Loan (durch nachrangiges Grundpfandrecht gesicherte Hypothek, d.h., Hypothek Zweiten Ranges)
Ein Second-Lien Mortgage Loan ist ein hypothekarisch oder grundschuldlich besichertes Darlehen, bei dem das Grundpfandrecht gegenüber einer anderen Hypothek oder Grundschuld auf demselben Objekt nachrangig ist.
Secondary Market
→ Sekundärmarkt
Secured Debt (Gesicherte Schuld)
Secured Debt ist eine Fremdkapitalaufnahme, bei der der Kreditnehmer eine Sicherheit teilweise oder ganz an den Kreditgeber verpfändet oder abtritt.
Secured Loan (Gesichertes Darlehen)
Secured Loan ist eine Kreditaufnahme, bei der der Kreditnehmer eine Sicherheit teilweise oder ganz an den Kreditgeber verpfändet oder abtritt.
Securities and Exchange Comission (SEC) (US Börsenaufsichtsbehörde)
Die Securities and Exchange Comission ist die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde mit Sitz in New York. Die SEC ist bemächtigt Regulierungen zu erlassen sowie Bestimmungen der bundesstaatlichen Sicherheitengesetze und ihre eigenen Bestimmungen durchzusetzen. Dies beinhaltet auch Bestimmungen bezüglich der Offenlegung von Informationen im Zusammenhang mit dem öffentlichen Angebot von Wertpapieren. Weiterhin ist die SEC verantwortlich für die Regulierung des Handels mit Wertpapieren.
Securitization (Forderungsverbriefung)
Als Securitization im Allgemeinen bezeichnet man die Emission von kurz-, mittel- oder langfristigen Anleihen, die durch bestimmte Finanzaktiva (überwiegend Forderungen) besichert sind.
Security (Sicherheit/ Sicherung)
Als Security werden Vermögenswerte bezeichnet, die sowohl für Kreditnehmer als auch für Kreditgeber einen bestimmten Wert haben und die der Kreditnehmer an den Kreditgeber verpfändet bzw. abtritt, um sicherzustellen, dass der Kreditnehmer seinen Verpflichtungen im Rahmen des gegenseitig geschlossenen Kreditvertrags nachkommt. Der Kreditnehmer kann die Vermögensgegenstände teilweise oder vollständig verwerten, um mit den Erlösen vom Kreditnehmer nicht beglichene Zahlungen auszugleichen, wenn der Kreditnehmer säumig wird.
Sekundär-Hypothekenmarkt
Als Sekundär-Hypothekenmarkt wird der Sekundärmarkt für den Kauf, Verkauf und Handel von einzelnen Hypothekendarlehen und MBS bezeichnet.
Sekundärmarkt
Als Sekundärmarkt wird der Umlaufmarkt für den Handel mit bereits emittierten Wertpapieren bezeichnet. Der Sekundärmarkt ist dementsprechend das Gegenstück des → Primärmarktes, der auch Emissionsmarkt genannt wird, weil es sich um eine Erstemission eines Wertpapiers durch den Emittenten oder den Verkauf an institutionelle Investoren handelt. Wichtigste Sekundärmarkte sind Wertpapierbörsen.
Sekundärmarktliquidität
Liquidität des → Sekundärmarkt
Senior Tranche
→ Tranche
Senior/Subordinated Structure (Erst-/Nachrangig)
Als Senior/ Subordinated Structure wird eine Emissionsstruktur bezeichnet, bei der Wertpapiertranchen mit unterschiedlichen Risikoprofilen emittiert werden. Tranchen mit relativ geringem Ausfallrisiko werden in Bezug auf Zins- und Tilgungszahlungen Tranchen mit relativ hohem Ausfallrisiko bevorzugt bedient. Deshalb dienen nachrangige Tranchen oftmals als Sicherungsmechanismus (→ Credit Enhancement) für die vorrangigen (Senior-)Tranchen im Rahmen von Verbriefungstransaktion. Die verschiedenen Tranchen dieser für Verbriefungstransaktionen typischen Struktur werden oftmals auch als „class A notes“ (vorrangige Tranche) und „class B notes“ bezeichnet.
Servicer/ Servicing (Schuldendienstverwalter/Schuldendienstverwaltung)
Das → Servicing der Forderungen (Kreditverwaltung) verbleibt i.d.R. zunächst beim Forderungsverkäufer (→ Originator) aufgrund von Kundennähe und administrativem Know-How, auch wenn der Forderungsverkäufer (Originator) in Folge des Verkaufs der Forderungen nicht mehr juristischer und/ oder wirtschaftlicher Eigentümer der Forderungen ist. Der Servicer übernimmt regelmäßig die laufende Verwaltung der Kredite, d.h. die Kreditüberwachung, den Einzug von Tilgungen und Zinsen, das Mahnwesen und im Störungsfall die Verwertung der Sicherheiten.
Sicherheitentreuhänder
→ Treuhänder
Sicherungsmechanismen
Als Sicherungsmechanismen werden jegliche Maßnahmen aller Beteiligten an ein einer ABS Finanzierung verstanden, die zur Minimierung der Risiken und indirekt zur Erhöhung des Ratings führen.

Zu den Sicherungsmechanismen zählen:
  • Rückkaufzusagen (recourse): Durch eine Rückkaufzusage verpflichtet sich der Originator entweder ein vorher festgelegtes Forderungsvolumen zum Nennwert zurückzukaufen oder entsprechende Zahlungen zu leisten, falls ein Ausfall droht oder eine Verzögerung eintritt. Es wird zwischen einem unbedingtem Regress und einer Rückübertragungsoption (Put Option der SPE) unterschieden.
  • (Un-)Beschränkte Ausfallgarantie: Die Ausfallgarantie ähnelt sehr stark der Rückkaufzusage und kommt bei Zahlungsverspätungen und -ausfällen zum Einsatz, indem die zur Deckung notwendigen Finanzmittel bis zu einem gewissen Prozentsatz bereitgestellt werden.
  • Patronatserklärung (letter of support oder keep well agreement): Bei einer Patronatserklärung wird entweder von einem Mutterunternehmen oder von einem verbundenen Unternehmen eine Erklärung abgegeben, dass die SPE in die Lage versetzt wird Verpflichtungen gegenüber den Investoren zu erfüllen. Der Unterschied zur Bürgschaft ist, dass Patronatserklärungen rechtlich in der Regel keine oder nur geringe Wirkung entfalten.
  • Übersicherung (overcollateralisation): Bei der Übersicherung werden wertmäßig mehr Forderungen an das SPV abgetreten als der Nominalwert der emittierten Wertpapiere beträgt. Dieser gewöhnlich in einen Reservefonds eingezahlte Überschuss sichert die jederzeitige Bedienbarkeit der Zins- und Tilgungsansprüche wobei nicht benötigte Überschüsse am Ende an den Originator zurückfließen.
  • Nachordnung (subordination): Bei der Nachordnung werden mindestens zwei Tranchen gebildet, wobei die Investoren die Senior Class erhalten, die vorrangig bedient wird. Der Originator oder risikofreudige Investoren erwerben die Junior Tranche, die nur einen Bruchteil der Emission ausmacht und als Verlustpuffer dient, da Zahlungsverzögerungen und -ausfälle von ihr getragen werden.
  • Reservefonds (spread account): In den Reservefonds fließt die Differenz der Cash-flows aus den Forderungen und des zur Befriedigung der Investoren benötigten Betrages. Oft wird vor einer Transaktion vom Originator ein festgelegter Betrag eingezahlt, um von Anfang an einen Betrag für Zahlungsausfälle zu haben. Der am Ende verbleibende Betrag fließt gewöhnlich dem Originator zu.
  • Sicherungsabschlag (discount): Bei Vereinbarung eines Kaufpreisabschlages (Disagio) erhält der Originator gar nicht erst den vollen Betrag seiner Forderungen, sondern es wird direkt ein prozentualer Anteil des Emissionserlöses auf ein Reservekonto transferiert. Es kann sich sowohl um einen endgültigen Abschlag oder einen Abschlag dergestalt handeln, dass bei Forderungsrealisierung ein Teil des Sicherheitseinbehalts an den Forderungsverkäufer zurückerstattet wird.
Single Seller
Bei Single Seller Konstruktionen kauft das SPV i.d.R. lediglich Forderungen von einem Originator an.
Solvabilitätsrichtlinie
Die Solvabilitätsrichtlinie (Solvency Ratio Directive) wurde im Jahre 1989 in der EU erlassen und ist zwischenzeitlich in die Richtlinie 2000/12/EG aufgegangen. Die Solvabilitätsrichtlinie ist eine eigenständige EU-Gesetzgebung. Sie stellt zusammen mit der CAD die gesamten Kapitalanforderungen für eine Bank dar.
Special Purpose Entity (SPE) (Zweckgesellschaft)
→ SPV
Special Purpose Vehicle (SPV) (Zweckgesellschaft)
Das SPV oder SPE ist i.d.R. eine Einzweckgesellschaft (auch Emissionsgesellschaft genannt), d.h. ihre Geschäftstätigkeit beschränkt sich ausschließlich auf den Ankauf von bestimmten Forderungen und die Refinanzierung des Kaufpreises durch Begebung von Wertpapieren (oftmals → Asset Backed Securities). Sie erhält Zahlungen, strukturiert diese und leitet diese an die Kreditgeber weiter. Durch entsprechende Vertragsgestaltungen (→ Auto Pilot) wird ausgeschlossen, dass das SPV andere Aktivitäten entfaltet und/oder andere Geschäftsrisiken eingehen kann. Man bezeichnet das SPV deshalb auch als „bankruptcy-remote“ (→ insolvenzfest). Es wird sichergestellt, dass die erworbenen Forderungen sowie die damit verbundenen Sicherheiten ohne irgendwelche Einschränkungen den Investoren als Haftungsmasse dienen.
Special Purpose Vehicle (SPV) Management
→ Special Purpose Vehicle
Sponsor
Als Sponsor wird ein Unternehmen bezeichnet, das eine Forderungsverbriefung unterstützt, entweder weil es Forderungseigentümer ist oder weil es die Forderungen erworben hat.
Spread
Als Spread wird die Spanne zwischen verschiedenen Kontrakten verstanden. Der Spread ist die Kursdifferenz, aus der die Bank ihren Profit macht. Für die Bank ist der Spread eine Art Gebühr, die sie für ihre Dienste dem Kunden in Rechnung stellt.
Stated Maturity (Endfälligkeit)
Die Stated Maturity ist der Endfälligkeitstermin an dem eine Sicherheit zurückbezahlt sein muss, um den Eintritt eines Kreditereignisses zu vermeiden. Bei Forderungsverbriefungen wird die Endfälligkeit unter der Annahme kalkuliert, dass es keine frühzeitigen Kapitalrückzahlungen gibt und, dass die Restlaufzeit bis zur Fälligkeit die maximale Länge beträgt.
Static Pool
Als Static Pool wird ein Pool an Forderungen bezeichnet, der an einem festgelegten Termin vor der Verbriefung besteht. Bei der Verbriefung werden nur die in dem Pool befindlichen Forderungen verwendet, ohne dass zukünftige Forderungen noch hinzukommen wie dies bei → Multi-Seller Konstrukten der Fall ist. D.h. das verbriefte Portfolio wird über die komplette Laufzeit der Transaktion amortisiert.
Structured Finance (Strukturierte Finanzierung)
Als Strucutred Finance wird eine auf kundenindividuelle Sachverhalte optimierte Finanzierungsstruktur bezeichnet.
Subordinated Class (Nachrangige Klasse)
Eine Subordinated Class ist eine Wertpapierklasse, die im Vergleich zu anderen Tranchen einer Emission nachrangig sind. Die Nachrangigkeit bezieht sich auf die Reihenfolge nach der Investoren der verschiedenen Tranchen Zins- und Tilgungszahlungen erhalten. Nachrangige Tranchen werden erst nach Bedienung aller anderen Tranchen bedient.
Subordinated Debt (Nachrangige Verbindlichkeit)
Subordinated Debt ist eine nachrangige Verbindlichkeit, d.h. die nachrangige Verbindlichkeit wird erst nach Rückzahlung vorrangiger Verbindlichkeiten zurückgezahlt.
Subprime Mortgage Loan
Ein Subprime Mortgage Loan ist eine Hypothek, die durch ein erstrangiges oder nachrangiges Grundpfandrecht gesichert ist und an Kreditnehmer vergeben wird, die in der Vergangenheit Probleme bei der Schuldenbedienung aufgezeigt haben.
Subrogation
Als Subrogation wird die Rechtsnachfolge einer Vertragspartei (oft Versicherer) bezeichnet, einen Rechtsanspruch einer anderen Partei bei einer dritten Partei geltend zu machen.
Swap
Ein Swap ist eine verbindliche Vereinbarung zwischen zwei Parteien regelmäßig einen Cash Flow gegen einen anderen Cash Flow zu tauschen. Man unterscheidet zwischen → Interest Swaps (Zinsswap), Währungsswaps, → Credit Default Swaps (CDS) und → Total Return Swaps. Die Differenzierung der Cash Flows basiert auf dem abzusichernden Risiko: Markt-/und oder Kreditrisiken. Swaps sind Instrumente zum Risikomanagement und kommen bei Verbriefungstransaktionen regelmäßig zum Einsatz.
Swap Provider
Der Swap Provider ist die Partei, die einen Swapvertrag zeichnet. Im Rahmen von Forderungsverbriefungen werden → Swaps oftmals verwendet, um Missverhältnisse zwischen Forderungen und Sicherheiten abzusichern. Solche Missverhältnisse können sich auf Zinsart (Fest- vs. Gleitzins), Zinsindex, Währung und Laufzeit oder eine Kombination derer beziehen. Da der Swapvertrag zwischen einem SPV und dem Swap Provider geschlossen wird, kann der Swap Provider lediglich bezüglich der Forderungen Regress fordern.
Synthetic Collateralized Debt Obligation (CDO)
Als Synthetic CDO werden Transaktionen bezeichnet, bei denen der Risikoübergang mittels Kreditderivaten erfolgt. Im Gegensatz hierzu erfolgt der Risikoübergnag bei non-synthetic Transaktionen durch einen echten Verkauf. Bei synthetischen CDOs sind die Besicherungen sehr hochwertig oder in bar hinterlegt mit sehr geringem oder keinem Ausfallrisiko. Die Investoren tragen das Kreditrisiko indem zu den Collaterals → Credit Default Swaps (CDSs) hinzugefügt werden.
Synthetic Securities (Synthetische Wertpapiere)
Als Sythetic Securities werden Verbriefungstransaktionen bezeichnet, bei denen nicht die Forderungen selbst, sondern lediglich das ihnen immanente Kreditrisiko verbrieft wird. Das Risiko wird i.d.R. mittels Kreditderivaten → Credit Derivatives in den Kapitalmarkt transferiert.
Thrift
Eine amerikanische Finanzinstitution, die am häufigsten in Form einer Bausparkasse oder Sparkasse betrieben wird. Traditionelle vergeben diese staatlich regulierten Institutionen Wohnungsbaudarlehen und Kleinkredite und werden in ähnlicher Weise operiert wie die „building societies“ (Bausparkassen) in Großbritannien.
Total Return Swap
Gehört zu den Kreditderivaten (→ Credit Derivatives).
Tranche
Als Tranche wird bei Wertpapieremissionen eine Risikoklasse bezeichnet. I.d.R. gibt es mehrere Klassen oder Arten von Wertpapieren, die sich durch die Rangfolge der Bedienung unterscheiden. Eine Klasse nennt man auch Tranche. Oftmals findet man die Differenzierung zwischen Junior und Senior Tranchen: während die erste eine nachrangige Tranche ist, die ein schlechteres Rating erhält und somit bei Verlusten zuerst ausfällt, ist die Senior Tranche eine vorrangig besicherte Tranche mit bester Bonität und geringem Ausfallrisiko.
Transaktion
Als Transaktion bezeichnet man im Allgemeinen die Übertragung bzw. eine besondere geschäftliche Struktur. → ABS Transaktion
Treuhänder
Der Treuhänder ist eine Drittpartei (bspw. spezialisierte Treuhandgesellschaft, Teil einer Bank, WP-Gesellschaft oder RA-Kanzlei), die im Interesse der Investoren die Kontrolle über die Sicherheiten und die ordnungsgemäße Abwicklung aller Zahlungsströme wahrnimmt. Er hält die Sicherheiten treuhänderisch für die Investoren, d.h. im eigenen Namen, aber auf fremde Rechnung. Das Vorhandensein eines unabhängigen Treuhänders ist oftmals Bedingung für eine Börsennotierung der Wertpapiere. Treuhänder erhalten regelmäßig Berichte über die Entwicklung des zugrunde liegenden Forderungsportfolios, um sicherzustellen, dass Investoren ihre Gelder termingerecht und in planmäßiger Höhe erhalten. Im Rahmen der Schutzmassnahmen ist der Treuhänder i.d.R. auch dafür verantwortlich, den → Servicer falls erforderlich auszutauschen, stellvertretend für die Investoren Klage einzureichen und evtl. die Forderungen zu veräußern, um die Investoren, um die Investoren mit den Liquidationserlösen zu bedienen. Zur Sicherstellung einer adäquaten Entlohnung des Treuhänders erhält dieser eine Gebühr, die vorrangig vor allen anderen Ausgaben des SPV gestellt wird.
Trigger Event
Als Trigger Event im Rahmen von Forderungsverbriefungen werden vertraglich definierte Kreditereignisse bezeichnet. Der Eintritt eines Trigger Events deutet an, dass sich entweder die Finanzlage des Emittenten oder einer anderen an der Transaktion beteiligten Partei verschlechtert hat oder die Kreditqualität des verbrieften Portfolios maßgeblich verschlechtert hat. Solch ein Ereignis kann ferner eintreten bei Änderungen in der Transaktionsstruktur oder der Rangfolge von Zahlungen. Die Ausprägungen der Trigger werden je nach Transaktion und Forderungen individuell in Zusammenarbeit mit Ratingagenturen festgelegt.
Trophy Asset
Als Trophy Asset wird eine gewerblich Immobilie bezeichnet, die aufgrund einer Kombination bestimmter Faktoren wie bspw. renommierter Lage, Ausstattung, prominente Mieter oder imposantes Design einen sehr hohen Imagewert hat.
True Sale International (TSI) GmbH
Siehe dazu Website der True Sale International GmbH.
True Sale Opinion
Eine True Sale Opinion im Rahmen von Forderungsverbriefungen ist ein Rechtsgutachten darüber, dass die zu verbriefenden Forderungen mittels eines rechtskräftigen Verkaufs an die emittierende Zweckgesellschaft (→SPV) übertragen worden sind. Die True Sale Opinion ist ein Element zur Erreichung der Insolvenzfestigkeit der SPV, d.h. im Falle einer Insolvenz des Originators gehören die Forderungen nicht zur Insolvenzmasse.
True Sale Verbriefung
Bezeichnet die eine Verbriefung (→ Securitization), der ein echter Forderungsverkauf zugrunde liegt. Siehe dazu auch → Asset Backed Securities (ABS) Transaktionen.
Trust
Ein Trust ist ein Treuhand und im Rahmen von Verbriefungstransaktionen eine oft gewählte Organisationsform für das SPV, die fast immer bei → Pass-Through Konstruktionen verwendet wird. Ein Trust ist eine passive Einheit, die lediglich verwaltende Tätigkeiten übernimmt, D.h. es besteht kein besonderes Geschäftsrisiko, so dass ein → insolvenzfernes SPV gegründet werden kann. Ein Trust kann nur eine Art Assets halten.
Trustee
→ Treuhänder
Uebersicherung (Overcollateralization)
Bei der Übersicherung werden wertmäßig mehr Forderungen an das SPV abgetreten als der Nominalwert der emittierten Wertpapiere beträgt. Dieser gewöhnlich in einen Reservefonds eingezahlte Überschuss sichert die jederzeitige Bedienbarkeit der Zins- und Tilgungsansprüche wobei nicht benötigte Überschüsse am Ende an den Originator zurückfließen.
Underwriter (Risikozeichner)
Der Underwriter ist eine Partei, die Risiko gegen Zahlung einer Gebühr (underwriting fee) übernimmt. Auf Kapitalmärkten ist dies ein Wertpapierhändler, der sich verpflichtet eine Wertpapieremission ganz oder teilweise zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Diese Verpflichtung gibt dem Emittenten die Sicherheit der Platzierung zu einem bestimmten Preis. Der Underwriter übernimmt somit das Marktrisiko, d.h. das Risiko, dass die Papiere nicht am Markt platziert werden können.
Unexpected Loss
Als unexpected loss (unerwartete Ausfälle) oder Katastrophenrisiken werden Risiken bezeichnet, die über die erwarteten Ausfälle (→ expected loss) hinausgehen; die Gefahr, dass tatsächliche Ausfälle um ein vielfaches höher sind als erwarteten Ausfälle.
Verbriefungsforum
Siehe dazu Website der True Sale International GmbH.
Veritätsrisiko
Das Veritätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass die Forderungen keinen rechtlichen Bestand haben. Deshalb wird das Veritätsrisiko auch als Bestandsrisiko bezeichnet.
Wasserfallprinzip
→ Cash Flow Waterfall
Weighted Average Cost of Capital (WACC) (Gewichtete Kapitalkosten)
Die Weighted Average Cost of Capital (WACC) bezeichnen die aus Eigen- und Fremdkapital gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten. Die durchschnittlich gewichteten Kapitalkosten sind die gewichtetet Durchschnittsrendite, die ein Emittent Investoren bei einer Kombination von Fremd- und Eigenkapital anbieten muss, damit sich eine Investition rentiert.
Weighted Average Coupon (WAC)
Weighted Average Coupon ist der gewichtete Durchschnittskupon einer Wertpapieremission. Dieser errechnet sich aus der Summe aller einzelnen Kupons, gewichtet mit dem pro-rata Anteil des jeweiligen Wertpapiers am gesamten ausstehenden Kapitalbetrag der Wertpapieremission.
Weighted Average Foreclosure Frequency (WAFF)
Als Weighted Average Foreclosure Frequency (WAFF) wird der geschätzte Prozentsatz von Forderungen in einem Forderungspool bezeichnet, die bei einer Simulation säumig werden. Ziel der Simulation ist es herauszufinden, ob die zu erwartenden Cash Flows aus dem Forderungspool zusammen mit den Sicherungsmechanismen (→ Credit Enhancements) ausreichen, um alle Wertpapiere einer bestimmten Bonitätsstufe und höher tilgen zu können. Die WAFF wird gemeinsam mit der Weighted Average Loss Severity (WALS) verwendet, um die zu erwartenden Verluste in unterschiedlichen Bonitätseinstufungen festzustellen.
Weighted Average Loss Severity (WALS)
Die Weighted Average Loss Severity (WALS) ist der durchschnittliche erwartete Verlust, der Eintritt, wenn eine Forderung eines verbrieften Forderungspools säumig wird, ausgedrückt als Prozentsatz des ausstehenden Kapitalbetrags der Forderung ab Stichtag der Säumnis. Der zu erwartende Verlust wird auf Basis von Annahmen über potenzielle Marktwertverluste der Sicherheiten prognostiziert. Die WALS wird in Zusammenhang mit der WAFF verwendet, um die zu erwartenden Verluste in unterschiedlichen Bonitätseinstufungen festzustellen.
Weighted Average Maturity (WAM)
Weighted Average Maturity (WAM) ist eine Bemessung der Restlaufzeit bis zur Fälligkeit eines Darlehenspools. Die WAM ist die Summe der Produkte der einzelnen Darlehen aus den verbleibenden Monaten bis zur Endfälligkeit und dem Anteil des Darlehens am Gesamtvolumen.
Zahlungsstrommanagement
Abhängig von der Art der Weiterleitung der Zahlungsströme an die Investoren wird zwischen → Pay-through und → Pass-through Konstruktionen unterschieden.
Zession
Unter Zession oder Abtretung versteht man die Übertragung einer Beteiligung, eines Rechts, eines Anspruchs oder eines Vermögens von einer Partei auf eine andere Partei. Man unterscheidet zwischen einer offenen und stillen Zession und zwischen einer Globalzession.
Zustifter, Zustiftung
Die Zustiftung ist die wohl bekannteste Form der Stiftungsförderung. Jede Zustiftung vermehrt das Vermögen einer Stiftung und fördert die Umsetzung des satzungsmäßig festgelegten Zwecks. Eine Zustiftung ist genauso wie eine Spende steuerlich als Betriebsausgabe zu verbuchen.