Sicherheitenrahmen des Eurosystems

Seit 2007 besteht der einheitliche Sicherheitenrahmen des Eurosystems („Single List“). Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt diesbezügliche detaillierte Informationen zu Regeln der geldpolitischen Implementierung sowie des Sicherheitenrahmens vor:

Guideline of the ECB of 19 December 2014 on the implementation of the Eurosystem monetary policy framework

Am 20. Februar 2015 hat die EZB die neue Leitlinie (EZB/2014/60) über die Durchführung der Geldpolitik des Eurosystems veröffentlicht, die ab dem 1. Mai 2015 gilt.

Als marktfähige Sicherheiten sind die folgenden Schuldtitel zugelassen:

  • Staatsanleihen
  • Covered Bonds
  • Ungedeckte Bankschuldverschreibungen
  • Unternehmensanleihen
  • ABS

 

Spezielle Kriterien für ABS

Für ABS sind in der Leitlinie über die Durchführung der Geldpolitik des Eurosystems spezielle Zulassungskriterien (Eligibility Criteria) definiert worden, die im Folgenden kurz zusammengefasst werden.

  • Die Anleihen müssen in Euro denominiert sein.
  • Die verbrieften Forderungen müssen so an ein SPV übertragen werden, dass es vom Eurosystem als „True Sale“ eingestuft wird und der True Sale muss durch ein Gesetz eines EU-Mitgliedslandes erfolgen. Der synthetische Risikotransfer ist nicht anerkannt.
  • Wiederverbriefungen (ABS als Underlyings) sind nicht zulässig.
  • Ab Mai 2015 sind Leasing-ABS mit enthaltenen Restwerten nicht mehr zulässig (Übergangsfrist 31. August 2015).
  • Sowohl für den Originator, das SPV und den Schuldner der Kredit- oder Leasingforderungen (Unternehmen/Verbraucher) gilt, dass deren Sitz innerhalb des EWR liegen muss.
  • Das Eurosystem akzeptiert ausschließlich Senior Tranchen (keine Form der Subordination).
  • Bereitstellung von Loan Level Daten im vorgegebenen Format.
  • Selbst wenn ein Schuldtitel notenbankfähig ist, kann ein Geschäftspartner keine ABS als Sicherheiten stellen, wenn er oder eine Stelle, zu der er enge Verbindungen unterhält entweder eine Währungsabsicherungsvereinbarung mit dem Emittenten eingeht oder wenn er eine Liquiditätsunterstützung (Liquiditätsreserve oder Liquiditätsfazilität) bereitstellt.
  • Die Schuldtitel müssen von zwei Ratingagenturen mit mindestens A- bewertet worden sein.

 

Prüfung der Zulassungskriterien

  • Der Originator oder der Arranger kontaktiert die zuständige Zentralbank im Land der Börsenzulassung.
  • Die Zentralbank prüft die Notenbankfähigkeit der eingereichten Anleihen.
  • In Zweifelsfragen erfolgt die Konsultation des Eurosystems.
  • Finale Einstufung und Kommunikation zum Originator. Bei zugelassenen Anleihen erfolgt die Bekanntgabe der Entscheidung und die Anleihen werden auf der EADB-(Eligible Assets Data Base) Webseite der EZB gelistet.
  • Eurosystem Geschäftspartner können die ABS-Anleihen als Sicherheit für Geldmarktgeschäfte nutzen.

Weitere Informationen:

DZ BANK Watcher