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Der Verbriefungsmarkt in Deutschland hat Potential

Deutschland ist der größte Kreditmarkt Europas. Im Vergleich zu den angelsächischen Ländern ist in Deutschland aber erst relativ spät – ca. ab dem Jahr 2000 – ein aktiver Verbriefungsmarkt entstanden. Dies lag unter anderem daran, dass es in Deutschland - im Gegensatz zu den USA – mit dem Pfandbrief bereits ein etabliertes Verbriefungsinstrument für die langfristige Refinanzierung von Baufinanzierungen gab. Jedoch hat der deutsche ABS-Markt bis zur Krise im Sommer 2007 eine sehr dynamische Entwicklung durchlaufen.

Für deutsche Kreditinstitute bestanden lange Zeit wenig ökonomische Anreize, die Verbriefung zu nutzen. Traditionell niedrige Refinanzierungskosten, eine komfortable Eigenkapitalausstattung oder institutionelle Absicherung, die geringe Transparenz von Kreditrisiken und "Bilanzsummendenken" anstelle einer aktiven Risikosteuerung ließen zunächst wenig Interesse an Verbriefung aufkommen.

Dies hat sich in den letzten Jahren jedoch grundlegend geändert. Die deutsche Kreditwirtschaft sieht sich seit einigen Jahren mit auf breiter Front steigenden spezifischen Refinanzierungskosten konfrontiert (Ratingherabstufungen, Abschmelzen der relativ günstigen Eigenkapitalbasis) und die Banken müssen die knappe Ressource Risikokapital effizienter bewirtschaften und wachsenden Renditeansprüchen der Eigenkapitalgeber gerecht werden. Gleichzeitig wurden erhebliche Fortschritte bei der Weiterentwicklung von Instrumenten zur Identifikation, Messung und Bewertung von Kreditrisiken vollzogen. Dies wiederum stellt eine wichtige Voraussetzung für die Handelbarkeit von Kreditrisiken dar. Zudem haben viele Banken die strategischen Möglichkeiten erkannt, die ihnen eine aktive Nutzung von Verbriefungen und/oder Kreditderivaten für das traditionelle Kreditgeschäft und für die eigene Wettbewerbsfähigkeit eröffnet.

Eine hohe Transparenz und Standardisierung der Transaktionen haben sich dabei als wichtige Charakteristika des deutschen Verbriefungsmarktes herausgebildet.

Mit den Verbriefungsplattformen PROMISE (Mittelstandskredite) und PROVIDE (Immobilienkredite) der KfW Bankengruppe wurden in den Jahren 2000 und 2001 am deutschen Verbriefungsmarkt transparente und kosteneffiziente Standards für die synthetische Verbriefung von Krediten etabliert.

Hinzu kam Ende 2003 die TSI, zu der sich dreizehn Banken zusammengeschlossen hatten. Ziel der beteiligten Banken war es, auch in Deutschland den Weg für True Sale Verbriefungen zu ebnen. Mit der neu geschaffenen Verbriefungsplattform und dem TSI-Zertifikat wurde ein wichtiger Qualitätsstandard für Verbriefungen "made in Germany" geschaffen.